Leichlingen: Jubiläum beschert Bücherei-Verein Mitglieder-Hoch

Leichlingen: Jubiläum beschert Bücherei-Verein Mitglieder-Hoch

Die Lesung von Elke Heidenreich setzte einen schönen Schlusspunkt hinter das Programm zum 25-jährigen Bestehen des Fördervereins der Bücherei. Der freute sich über eine gestiegene Aufmerksamkeit und hat auch in Zukunft viel vor.

Es gab einen kurzen Moment, in dem rutschte Sandra Beierlein das Herz deutlich abwärts - ganz so wie der Mikrofonständer vor Elke Heidenreich, die soeben ihre Lesung in der Alten Spinnerei begonnen hatte. Beierlein: "Da blieb mir kurz der Atem stehen." Aber das Duo meisterte die Lage hochprofessionell: Die Autorin griff sich das Mikrofon und las weiter, während die Vorsitzende des Bücherei-Fördervereins bei nächstbester Gelegenheit den Ständer austauschte. Aber am Ende sorgte ein niedersinkendes Mikrofon für den einzigen Tiefpunkt eines ansonsten mit Höhepunkten gespickten Abend am vorigen Wochenende.

Foto: Moll Jürgen

"Es war genau das Highlight, das wir uns als Abschluss unseres Jubiläumsjahrs gewünscht haben", resümierte Beierlein. Sein 25-jähriges Bestehen feierte der Förderverein in diesem Jahr mit einem für seine Maßstäbe außergewöhnlichen Programm. Sowohl in der Breite - insgesamt wurden im ablaufenden Jahr 14 Veranstaltungen angeboten, die allesamt komplett ausgebucht waren - als auch in der Spitze: Vor Elke Heidenreich, die sich mit ihrem Begleiter Marc-Aurel Floros und Mops "Vito" in Leichlingen so wohl fühlte, dass sie sogar eine der inzwischen eher seltenen Einlagen ihrer früheren Kunstfigur Else Stratmann gab, trugen zu einem gelungenen Jubiläumsjahr unter anderen auch bei: Brigitte Glaser mit einer Lesung mit "Wohnzimmerfeeling" in der Bergischen Bauernscheune; Roland Jankowsky mit seinen schräg-kriminellen Kurzgeschichten oder Leichlingens Kinderbuchautorin Annette Langen mit ihrer Lesenacht im Blütenbad.

Neben einem dicken Gästebuch mit zahlreichen Einträgen von Veranstaltungsgästen und vielen schönen Erinnerungen beschert das Jubiläum dem Verein einen weiteren längerfristigen Nutzen: "Die gestiegene Aufmerksamkeit in diesem Jahr lässt sich auch an gestiegenen Mitgliederzahlen ablesen", berichtet Beierlein. Nach Stagnieren und Schwanken sei nun ein Anstieg auf 89 erfolgt. Gleichzeitig wächst damit die Basis für einen erfolgreichen Einsatz für den Erhalt der Bücherei, über der als freiwillige Einrichtung der Stadt in finanziell schwierigen Zeiten stets das Schreckgespenst der drohenden Schließung schwebt. "Wir werden weiterhin unsere Stimme für den Erhalt der Bücherei erheben", verspricht Beierlein.

Allerdings fällt das Programm des Vereins im nächsten Jahr wieder ein wenig bescheidener aus. "Denn in der Intensität wie in 2016 ist das auf Dauer nicht zu schaffen - zumal wir das alle ehrenamtlich machen", sagt die Vorsitzende. Aber Pläne gibt es bereits einige für 2017. Ein Termin, der vor allem etwas für Grundschüler ist, steht auch schon fest: Am 3. Februar 2017 sind der Kölner Autor Rüdiger Bertram und seine Buchreihe "Coolman und ich" in der Bücherei zu Gast. Dazu sollen die Wohnzimmerlesungen wieder aufgelegt, ein neues Leseförderprojekt an den Start gebracht, die Zusammenarbeit mit den Schulen fortgesetzt (geplant ist eine Lesung mit Andreas Schlüter) oder der Bücherschrank an der Postwiese weiter gepflegt werden. "Außerdem wollen wir helfen, das Angebot der Bücherei weiter zu attraktivieren", sagt Beierlein. So soll die Bücherei im nächsten Jahr unter anderem bei der Anschaffung eines "Hörsessels" unterstützt werden.

(RP)