Kommentar: Jetzt muss Steffes für alle da sein

Kommentar : Jetzt muss Steffes für alle da sein

Bürgermeister für alle", hatte Frank Steffes als zentrale Aussage seines Stichwahlkampfes mit teilweise eigens dafür produzierten neuen Plakaten angekündigt. Der Erfolg gab ihm gestern Abend recht. Der Sozialdemokrat schlug seinen CDU-Widersacher in allen Leichlinger Wahlbezirken mehr oder weniger deutlich. Doch jetzt muss Steffes zeigen, dass sich hinter seinem Versprechen mehr als nur Worte verbergen. Im vergangenen halben Jahr hat er als Fraktionschef reine SPD-Politik gemacht - als Verwaltungschef wird er sich emanzipieren und - so wie sein Vorgänger - im Zweifel bei dem einen oder anderen strammen Genossen auch unbeliebt machen müssen. Spannend dürfte auch sein, wie Steffes mit den teils starken Fachbereichsleitern der Stadtverwaltung an seinem neuen Arbeitsplatz klarkommt. Er ist gut beraten, Ernst Müller zumindest in einem Punkt hundertprozentig zu folgen: nämlich neue Stellen ausschließlich nach der Qualifikation der Bewerber zu besetzen und nicht etwa nach Parteibuch.

CDU-Bewerber Rainer Hüttebräucker hat in absoluten Stimmen gestern sogar noch ein schlechteres Ergebnis eingefahren, als beim ersten Wahlgang im Mai. Die CDU, die bei der Kommunalwahl ja zulegen konnte, muss sich also fragen, ob der diplomatische Jens Weber, der ja ursprünglich antreten wollte, nicht vielleicht der bessere Kandidat gewesen wäre als der polarisierende Parteichef. Weber könnte man sich aber auch als neuen Fraktionsvorsitzenden vorstellen. Peter Korn

(RP)