1. NRW
  2. Städte
  3. Leichlingen

IT-Dienstleistung aus Leichlingen: Lebenshilfe-Werkstatt am Stockberg

IT-Dienstleistungen aus Leichlingen : Neue Lebenshilfe-Werkstatt am Stockberg

Nach langjähriger Suche und zwei Jahren Umbau ist an der Stadtgrenze Leichlingens eine moderne Werkstatt für Menschen mit Behinderung entstanden. Seit dem 20. Juli läuft der Regelbetrieb. Nur war offizielle Eröffnung.

Die Räume sind groß und hell, trotz Sommerhitze weht ein angenehmes Lüftchen durch die Büros und Lager. Die Menschen wirken zufrieden bei ihrer Arbeit: Am Stockberg hat die Lebenshilfe Bergisches Land ihre neue Betriebsstätte offiziell eröffnet. Das Projekt scheint nach jahrelanger Raum- und Grundstückssuche und zweijähriger Planungs- und Umbauzeit der Halle zum glücklichen Abschluss gekommen zu sein. Seit 20. Juli läuft in der Werkstatt der Regelbetrieb: 54 Menschen mit Behinderung, außerdem 20 Mitarbeiter ohne Behinderung arbeiten dort.

Aufgeteilt ist die Betriebsstätte in zwei Bereiche: Im Erdgeschoss sind 36 Männer und Frauen im IT-Bereich tätig. Zu den Kunden gehört beispielsweise der IT-Konzern IBM, der von den Leichlingern sein Mitarbeiterkaufprogramm abwickeln lässt: Am Stockberg lagert Hardware, um die IBM-Wünsche kurzfristig erfüllen zu können. Das Team vor Ort konfiguriert die Rechner individuell für die Empfänger und verschickt sie. „Kurzfristig“ ist dabei der Wettbewerbsvorteil, der die Werkstatt konkurrenzfähig macht. Auch das Klinikum Aachen setzt darauf. „Vorher waren diese Mitarbeiter in unserer Werkstatt in Wermelskirchen tätig“, erzählt Dirk Cremer, Abteilungsleiter Dienstleistungen bei der Lebenshilfe.

Für einige ist der Weg zur Arbeit morgens nun kürzer, andere pendeln jetzt nach Leichlingen. Aber es lohnt sich offenbar. „Ich habe hier mehr Platz zum Arbeiten, es ist eine Verbesserung“, erzählt Mitarbeiter Joachim Örder. Er erstellt für die Uniklinik Aachen beispielsweise das Software-Image auf Computern für einen Operationssaal. Seit 27 Jahren ist Örder dabei – und damit seit den Anfängen der Lebenshilfe-Werkstatt in Wermelskirchen. „Eine tragende Kraft“, beschreibt ihn Dirk Cremer.

In der ersten Etage der Werkstatt befindet sich der heilpädagogische Bereich der Betriebsstätte. Dort verbringen 18 Menschen mit schweren geistigen Behinderungen ihren Tag. „Hier geht es weniger um Arbeit als vielmehr um die Strukturierung des Tages“, erläutert der Abteilungsleiter. Auch eine Küche gibt es seit dem Umbau am Stockberg: Von montags bis freitags essen die Mitarbeiter dort gemeinsam.

Insgesamt hat die Lebenshilfe 2,5 Millionen Euro in den Kauf und Umbau des Gebäudes investiert, zwischenzeitlich standen nur noch die Außenmauern. „Wir sind froh, mit der Eröffnung unserer Werkstatt in Leichlingen einen wichtigen Beitrag zur beruflichen Rehabilitation von Menschen mit Behinderung in der Region zu leisten. Mit großem Aufwand haben wir darauf geachtet, sowohl die Produktionshalle als auch den heilpädagogischen Arbeitsbereich sehr modern und äußerst komfortabel zu gestalten. Wir sind stolz auf diese Leistung“, betonte Lebenshilfe-Geschäftsführer Axel Pulm bei der Eröffnung.  Zudem habe man darauf geachtet, dass möglichst die Mitarbeiter mit Behinderung, die in Leichlingen wohnen, hier zum Einsatz kämen. „Im Fokus stand aber die berufliche Qualifikation für das IT-Geschäftsfeld“, ergänzte Axel  Pulm in seiner Ansprache.