Ingrid Pohl leitet die Bücherei in Leichlingen

Leichlinger Stadtbücherei : Ingrid Pohl ist jetzt Hüterin der Bücher

Die 51-Jährige hat die Leitung der Stadtbücherei übernommen. Eine „Herzensangelegenheit“ für die Witzheldenerin.

Wenn sie unbedingt wählen muss, dann entscheidet sich Ingrid Pohl für Isabel Allende. Aber wählen möchte sie gar nicht. „Ich lese gerne und viele Bücher aus allen Genres“, sagt sie. In ihrem Beruf sollte das auch so sein, schließlich ist sie Diplom-Bibliothekarin. Seit dem 1. Januar leitet sie die Leichlinger Bücherei, eine Aufgabe, die sie „mit Herzblut“ erfüllen will.

Die Stelle war ein halbes Jahr vakant, was auch die Nutzer der Bücherei zu spüren bekamen. Denn durch den Personalmangel mussten die Öffnungszeiten verkürzt werden, einige Projekte wurden eingeschränkt oder auf Eis gelegt.

Doch damit ist nun Schluss, versichert Ingrid Pohl. Mit ihrem fünfköpfigen Team will sie die Bücherei wieder in Schwung bringen. „Alles, was im vergangenen Jahr runtergefallen ist, soll wieder hochgefahren werden. Und dann würden wir gerne einige neue Projekte starten.“ Dazu gehören zuallererst die Öffnungszeiten, künftig soll auch mittwochs und samstags wieder Betrieb herrschen. Und auch Projekte mit Kitas und Schulen sollen fortgeführt werden. „Glücklicherweise haben wir einen hervorragenden Förderverein“, sagt Pohl.

Für Bürgermeister Frank Steffes ist die 51-Jährige ein „absoluter Glücksfall“. Inzwischen sei es für Kommunen schwierig, vakante Stellen mit geeigneten Fachkräften zu besetzen. Auch die Stelle der Büchereileitung sei mehrfach ausgeschrieben worden, Ingrid Pohl habe die Verwaltung mit ihren Qualifikationen überzeugt. Sie ist nicht nur Diplom-Bibliothekarin, in den vergangenen Jahren hat sie als Teamleiterin in einer großen Praxis für Physiotherapie in Leverkusen gearbeitet und somit Führungsqualitäten. „Und schließlich ist sie fest in Leichlingen verwurzelt, denn sie wohnt in Witzhelden“, sagt Steffes.

Die nächsten Wochen will Ingrid Pohl nutzen, sich einen Überblick zu verschaffen. Ein Thema, das ihr sehr am Herzen liegt, ist der Nachwuchs. „Es ist unbefriedigend, wie wenige Jugendliche die Bücherei nutzen.“ Deshalb möchte sie Konzepte erarbeiten, um mehr Angebote zu schaffen, gerade für die Altersgruppe der 14- bis 18-Jährigen. Dazu könnte sie sich eine Zusammenarbeit mit Schulen vorstellen, aber auch Social Media-Kanäle sollen verstärkt genutzt werden, etwa um die Bergische Onleihe bekannter zu machen. „Wir wollen schon auf das Nutzungsverhalten der Jugendlichen in Sachen Handys und Tablets eingehen“, sagt Pohl.

Für jüngere Kinder sollen die Lesepaten reaktiviert werden, um gezielt Kitas zu unterstützen. Der Sommerleseclub wird auf jeden Fall weitergeführt, wenn auch mit einem etwas anderen Konzept. Auch die Leseknirpse, Leseeulen und die regelmäßigen Vorlesestunden in der Bücherei gehören fest zum Programm.

Und dann hat Ingrid Pohl auch noch einige Ideen, auf deren Umsetzung sie wohl noch etwas warten muss. An einem Konzept für den sogenannten Bibliobus wird aktuell noch gearbeitet. „Und ich würde sehr gerne Autorenlesungen anbieten, aber dazu müssten wir geeignete Räume finden.“ Das leidige Platzproblem der Bücherei – vielleicht wird es ja in Ingrid Pohls Dienstzeit gelöst.

Mehr von RP ONLINE