Leichlingen Im Feuereinsatz bei bis zu 50 Grad im Schatten

Leichlingen · Alexander Willems geht für ein Jahr zur Berufsfeuerwehr nach Abu Dhabi. Der Witzheldener freut sich auf internationale Erfahrungen.

 Abu Dhabis Moschee der Rekorde: Eines der vier Minarette: Die Türme für den Muezzin sind um einen 17 000 Quadratmeter großen Säulenhof verteilt.

Abu Dhabis Moschee der Rekorde: Eines der vier Minarette: Die Türme für den Muezzin sind um einen 17 000 Quadratmeter großen Säulenhof verteilt.

Foto: dpa

Im Sommer klettern die Temperaturen auf mehr als 50 Grad im Schatten, hinzu kommen 80 Prozent Luftfeuchtigkeit, 20 Kilo Ausrüstung und mehr als 40 Einsätze im Monat: Größer könnten die Herausforderungen kaum sein, denen sich Alexander Willems ab Ende dieser Woche stellen will. Der 23jährige Witzheldener, Mitglied des Feuerwehrlöschzugs IV, geht für ein Jahr zur Berufsfeuerwehr nach Abu Dhabi, in die prunkvolle Hauptstadt der Vereinigten Arabischen Emirate.

 Alexander Willems reist Ende dieser Woche nach Abu Dhabi.

Alexander Willems reist Ende dieser Woche nach Abu Dhabi.

Foto: mk

In der 620 000-Einwohner-Metropole am Persischen Golf wird er in der Feuerwache Mohammed bin Zayed im Zentrum der Stadt arbeiten, zu deren Einzugsgebiet auch das Industriegebiet Mussafah mit Hafen gehört. Willems Löschzug ist außerdem für Gefahrstoffeinsätze ausgerüstet.

Für diesen Job bringt der junge Mann gute Voraussetzungen mit: Der Witzheldener hat bei der Berufsfeuerwehr in Düsseldorf eine Ausbildung zum staatlich anerkannten Rettungsassistenten gemacht und außerdem einen ABC-1-Lehrgang (ABC steht für atomare, biologische und chemische Stoffe) erfolgreich absolviert.

Zum Einsatz kommt er in Abu Dhabi als "Firefighter Assistent Supervisor". "Das ist vergleichbar mit der Position eines Gruppenführers bei der deutschen Feuerwehr", erläutert Alexander Willems. Unter Vertrag hat ihn die "Emirates Fire and Rescue Company" (EFRC) genommen, ein Unternehmen der Regierung und somit eine durch und durch arabische Firma. Die Mitarbeiter jedoch kommen aus aller Herren Länder.

Derzeit beschäftigt EFRC Menschen aus den Vereinigten Arabischen Emiraten, aus Deutschland, Österreich, Italien, Schweden, der Türkei, Jordanien, Syrien, Ägypten, dem Libanon und Indien. Das Management aber ist deutsch. "Die deutsche Feuerwehr hat weltweit einen ausgezeichneten Ruf", betont Feuerwehrmann Willems. Das bedeutet: Der Witzheldener wird im über 6000 Kilometer entfernten Abu Dhabi auf viele Landsleute treffen.

Bereits im Jahr 1998 hatte die dortige arabische Herrscherfamilie nach einem Großbrand in der Stadt beschlossen, deutsche Feuerwehrleute ins Land zu holen und eine Feuerwehr nach hiesigem Vorbild aufzubauen.

Doch wie kommt der junge Mann, der daheim mit seinem Vater Detlef ein Ingenieurbüro für Brandschutz und Sicherheit betreibt, auf die Idee, für ein Jahr an den Persischen Golf zu gehen? "Ein Geschäftspartner, der selbst dort gearbeitet hat, hat mich auf die Idee gebracht und mir den Mund wässrig gemacht", erzählt Alexander Willems. Beworben habe er sich im Herbst 2012, die Zusage kam Anfang dieses Jahres. "Ich hoffe, dass ich dort viele neue Leute aus unterschiedlichen Kulturen treffe und sehr viele Erfahrungen sammeln kann, die mir später auch hier nutzen werden", sagt der Feuerwehrmann.

Allein die Zahl der Einsätze schätzt er mit drei bis fünf pro Schicht deutlich höher ein als daheim. Die gesamte Ausrüstung ist hochmodern, eine jahrelange Diskussion über den Bau eines Schlauchtrockenturmes wie in Leichlingen dürfte es in Abu Dhabi jedenfalls kaum geben.

(inbo)