Leichlingen: "Ich stehe zu meinem Wort"

Leichlingen: "Ich stehe zu meinem Wort"

Herr Rondé – im vergangenen Jahr wurden Sie bei Mitgliederversammlungen des CDU-Stadtverbands Leichlingen und des Ortsverbands Witzhelden nicht mehr in den Vorstand gewählt. Jetzt sind Sie plötzlich Fraktionsvorsitzender. Verspüren Sie Genugtuung über dieses politische Comeback?

Rondé Zunächst einmal: Ich war ja nie ganz weg. Als Ratsmitglied habe ich die ganze Zeit politische Verantwortung übernommen. Und auch in der Fraktion war es jetzt dringend notwendig, dass jemand Verantwortung übernimmt. Das will ich tun – persönliche Genugtuung hat da nichts zu suchen.

Ihre Fraktion ist seit Monaten in den Schlagzeilen, weil sie offensichtlich heillos zerstritten ist. Sie selbst sind jetzt denkbar knapp (5:4 Stimmen, d. Red.) gewählt worden. Wie wollen Sie es da überhaupt schaffen, diesen Riss zu kitten?

Rondé Auch meine Vorgänger sind oft mit knappen Ergebnissen gewählt worden. Das ist nicht das Entscheidende. Die Fraktion besteht aus zehn Mitgliedern, die alle auf den Aufstellungsversammlungen der Partei gewählt worden sind. Jeder EInzelne von uns ist also gefordert, das Vertrauen der Mitglieder zu rechtfertigen und seinen Beitrag zu leisten. An diese Verantwortung werde ich appellieren, darüber hinaus viele Gespräche führen. Alle müssen sich einen Schritt aufeinander zu bewegen. Dass die Aufgabe schwierig ist, weiß ich natürlich . . .

. . . und doch glauben Sie, sie lösen zu können?

Rondé Wenn ich das nicht täte, hätte ich die Wahl ganz sicher nicht angenommen. Es ist besser, loszusegeln und zu kentern, als gar nicht erst abzulegen.

Was reizt Sie denn daran, geschweige denn befähigt sie überhaupt dazu?

Rondé Der Reiz besteht in der Herausforderung. Ich bin niemand, der immer bequeme Wege beschreiten will. Sonst hätte ich mich seinerzeit sicher nicht freiwillig als Mitglied für den schwierigen Sonderausschuss Mensa gemeldet. Probleme zu lösen und Herausforderungen zu bewältigen gehört schließlich auch zu meinem Beruf – als Berater für IT-Systeme habe ich täglich damit zu tun. Und ohne jetzt übertreiben zu wollen: Ich glaube, ich habe durchaus einige Erfahrung im Lösen von Problemstellungen.

Apropos Erfahrung: Mit Rolf Ischerland ist ausgerechnet einer Ihrer Vorgänger als Fraktionsvorsitzender nun Ihr Stellvertreter. Ein Vorteil oder vielleicht sogar ein Problem?

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Rondé Ein Riesenvorteil: Rolf Ischerland hat die Fraktion fünf Jahre lang geführt – er ist ein absoluter Profi in der Kommunalpolitik, und gerade von seiner langjährigen Erfahrung im politischen Tagesgeschäft kann ich sehr profitieren. Ich freue mich über seine Wahl, so wie über die von Sibille Hanenberg zur Beisitzerin.

Was ist künftig inhaltlich von der CDU zu erwarten? Mit welchen Themen wollen Sie bei den Wählern punkten?

Rondé Da presche ich jetzt nicht vor, die inhaltlichen Schwerpunkte werden wir in der Fraktion gemeinsam klären. Die großen Themen sind ja ohnehin bekannt: der städtische Haushalt, die Innenstadt-Entwicklung – jetzt gilt es zu klären, wie sich die CDU in all diesen Fragen dauerhaft positioniert.

Dauerhaft . . .?

Rondé Ich halte es für ganz wichtig, dass wir im Stadtrat unsere Meinung nicht täglich oder vielleicht sogar stündlich ändern. Die CDU muss wieder für Verlässlichkeit stehen. Das ist ein ganz wichtiger Punkt.

Wollen Sie damit also auch sagen, dass man sich auf Dominique Rondé als neuen Fraktionschef verlassen kann, was seine politischen Aussagen betrifft?

Rondé Auf jeden Fall. Ich stehe zu meinem Wort. Und ich erzähle allen grundsätzlich das Gleiche – überprüfbar. Das macht es mir auch einfach, zu bemerken, wenn plötzlich irgendwelche andere Versionen verbreitet werden.

Peter Korn führte das Interview.

(RP)