Hohe Wahlbeteiligung bei Europawahl in Leichlingen

Europawahl : Die Grünen feiern, CDU und SPD verlieren massiv an Stimmen

Die Wahlbeteiligung war mit fast 70 Prozent sehr hoch.

Eine hohe Wahlbeteiligung, zwei enttäuschte Volksparteien und ein enormer Stimmengewinn für Bündnis 90/Die Grünen – so lässt sich das Ergebnis der Europawahl in Leichlingen zusammenfassen. Die Blütenstadt bleibt damit im bundesweiten Trend, vor allem was die gestiegene Wahlbeteiligung angeht. Diese lag bei 69,5 Prozent, vor fünf Jahren waren es noch 62,6 Prozent.

Als großer Gewinner des Tages gingen die Grünen hervor, die zwar „nur“ zweitstärkste Kraft in Leichlingen wurden, aber mit 25,6 Prozent ihr Wahlergebnis von 2014 mehr als verdoppelten. Während bei den Grünen also beste Feierstimmung herrschte, sah es bei den beiden Volksparteien CDU und SPD ganz anders aus. Die CDU ist zwar wie 2014 stärkste Kraft in Leichlingen, hat mit 29,8 Prozent aber massive Verluste zu verkraften.

Obwohl die CDU also stärkste Kraft ist, ist der Parteivorsitzende Maurice Winter enttäuscht. „Wir können nicht wirklich zufrieden sein, wir liegen deutlich unter unserem Anspruch als Volkspartei.“ Trotz eines engagierten Wahlkampfs vor Ort liege man weit entfernt vom eigentlichen Ziel um die 35 Prozent. „Aber der Wahlkampf war geprägt von umweltpolitischen Themen, und da haben wir es nicht geschafft, Antworten zu geben“, sagt Winter. „Davon profitieren dann natürlich die Grünen.“

Noch schlimmer traf es die SPD mit 16,9 Prozent, die damit nicht nur auf Bundesebene auf dem besten Weg ist, ihren Status als Volkspartei zu verlieren. „Enttäuschend“, befand auch Matthias Ebecke, Fraktionsvorsitzender der SPD, kurz und knapp über das Wahlergebnis. Er hoffe, dass Leichlingen nicht Europa sei und dass sich dieses Ergebnis nicht auf die Kommunalwahlen auswirke.

Und noch ein bundesweiter Trend setzte sich auch in Leichlingen durch – die Zahl der Briefwähler ist deutlich gestiegen, und zwar im Vergleich zur Europawahl 2014 um mehr als 1000 Stimmen. Brigitte Gutendorf, Leiterin des Bürgerbüros, hatte mit ihren Wahlhelfern entsprechend viel zu tun, als um 18 Uhr im Ratssaal die Auszählung der Stimmzettel der Briefwähler begann. So war es kein Wunder, dass die Auszählung der einzelnen Briefwahlbezirke am längsten dauerte. Hatte Bürgermeister Frank Steffes am Freitag noch prophezeit, das Ergebnis läge bis 20 Uhr vor, zählten die fleißigen Wahlhelfer noch bis kurz vor 22 Uhr.

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