Zwei Brände im Holzhaus: Hillbrenner: "Alle Beteiligten sind nun schlauer"

Zwei Brände im Holzhaus: Hillbrenner: "Alle Beteiligten sind nun schlauer"

Nachdem das Einfamilienhaus in der Goethestraße in der Nacht zu Freitag erneut gebrannt hat, werden der Feuerwehr viele Fragen gestellt. Wir haben mit Stadtbrandinspektor Ronald Hillbrenner über den Einsatz gesprochen.

Wurde die Brandwache der Feuerwehr nach dem ersten Brand gegebenenfalls zu früh abgezogen?

Hillbrenner Zwischen der letzten Überprüfung der Brandwache gegen 13.15 Uhr und unserer Alarmierung um 1.44 Uhr in der Folgenacht lagen nochmals mehr als zwölf Stunden, seit der Meldung "Feuer aus" insgesamt 16 Stunden. Natürlich sind alle Beteiligten nun schlauer. Da die Einsatzstelle nach unserer Bewertung "kalt" war, durfte davon ausgegangen werden, dass die Gefahr gebannt war.

Zum Aufspüren von Glutnestern haben Sie nach dem Brand eine Wärmebildkamera eingesetzt. Warum konnte das Feuer dennoch erneut ausbrechen?

Hillbrenner Die gleiche Frage stellen wir uns auch. Es gibt erste Stimmen, die die Ursache in der Zellulose suchen, die möglicherweise sehr viel Wärme gespeichert hat und im Verlauf der vielen Stunden bis zum Ausbruch des Brandes ihre Umgebung, die Holzverschalung, entzündet hat. Um dies zu klären, bedarf es aber wissenschaftlicher Untersuchungen.

Was ist die Besonderheit beim Holzhaus in der Goethestraße? Welche Rolle spielt dabei die Zellulose?

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Hillbrenner Ein Holzhaus hat aus seiner Natur heraus eine höhere Brandlast als ein konventionelles Haus "Stein auf Stein". Um das Risiko möglichst klein zu halten bzw. der Feuerwehr ein möglichst frühes Eingreifen zu ermöglichen, ist insbesondere bei stärker gefährdeten Objekten die Installation von Rauchmeldern durchaus hilfreich. Welche Rolle der Isolationsstoff Zellulose gespielt hat, muss meines Erachtens weiter untersucht werden. Dies ist für alle Feuerwehren von Interesse.

Wurden in der Goethestraße technische Brandmelder eingesetzt? Wenn nein, warum nicht?

Hillbrenner Nein, es wurden keine technischen Brandmelder eingesetzt. Die Feuerwehr Leichlingen verfügt nicht über solche Geräte.

SABINE WOTZLAW FÜHRTE DAS GESPRÄCH.

(RP)
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