Herbstmarkt auf Schoss Eicherhof in Leichlingen bot viel Kunsthandwerk

Buntes Treiben auf Eicherhof : Kunsthandwerk vor Schlosskulisse

Beim siebten Herbstmarkt auf Schloss Eicherhof trotzten Besucher und Aussteller dem Regen. Das Angebot draußen wie drinnen war reichhaltig.

Zum siebten Mal haben sich am Wochenende Freunde des Kunsthandwerks beim Herbstmarkt auf Schloss Eicherhof getroffen. In diesem Jahr mussten sie einem hartnäckigen Gegner trotzen: Der Regen machte nicht nur den Ausstellern zu schaffen. Auch die Besucherzahl war nicht so hoch wie in den früheren Jahren, in denen dicke Wassertropfen nicht von den Zeltwänden oder ins Weinglas fielen. Einige aber ließen sich nicht abhalten, denn der Charme des Geländes und des Schlosses entfaltete seine Wirkung. „Das Wetter ist uns egal“, betonten Markus und Janine Vopel, die aus Solingen angereist waren. Unter ihrem großen Regenschirm suchten sie Schutz, hatten sich zur Aufmunterung als erstes einen guten Wein besorgt und schauten dem Treiben im Schlossgarten zu.

„Wir haben den Besuch schon länger geplant, also machen wir es jetzt auch“, erläuterten sie, warum sie sich ihren zweiten Ausflug zum Herbstmarkt nicht madig machen ließen. Janine Vopel ist selber künstlerisch tätig, wollte sich auf dem Markt umschauen, das handwerkliche Angebot und die besondere Atmosphäre genießen. Reichlich Auswahl gab es für die Besucher: Schmuck, Woll- und Filz-Mützen Besen, Bürsten und Pinsel, Selbstgestricktes, Blumenzwiebeln – zum Beispiel für die bienenfreundliche Calla oder die winterharten Kaiserkronen gegen Wühlmaus und Maulwurf –, Handwerkskunst von Seemann Matthias Schwamborn und Künstlern, die in ihren Werken nicht nur Farbe, sondern auch jede Menge andere Materialen verarbeiteten, Schmiedekunst und vieles mehr.

Auch mischten sich wieder Anbieter von Heckenscheren und Fensterrahmen unter die Kunsthandwerker, die eher wie Fremdkörper in diesem Ambiente wirkten.

Hartmut Wicke aus Bonn aber war einer von denen, die dem Anspruch des Marktes nach einem „vielfältigen und ausgefallenen Angebot“ gerecht wurden. An seinem Stand fanden sich nicht nur farbige, hochbeinige Hühner als Hingucker, sondern auch Wurzelschweine aus Bambuswurzel und viele selbstgemachte Holzarbeiten. „Ich bin Holzdrechsler, bei mir muss alles rund laufen“, klärte er auf. Früher habe er als Elektroniker gearbeitet, aber die Arbeit mit Holz sei seine Leidenschaft und mittlerweile seine Haupttätigkeit. Er sammelt das Holz für seine Werke selber: „Der Prozess, bis ein Stück fertig ist, ist einfach eine tolle Erfahrung.“

Hartmut Wicke aus Bonn hat den Werkstoff Holz für sich entdeckt. daraus fertigt er unter andrem langbeinige Hühner und Warzenschweinchen. Foto: Matzerath, Ralph (rm-)

Wer ganz sicher trocken bleiben wollte, den lockte es ins Schloss: Hier rundeten Schokoladenverkäufer, Glasgraveure und weitere Kunstschaffende das Angebot ab.