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Leichlingen: Heimleiter: "Treppensturz war nicht die Todesursache"

Leichlingen : Heimleiter: "Treppensturz war nicht die Todesursache"

Im März diesen Jahres war eine 94-jährige Bewohnerin des Altenzentrums Hasensprungmühle mit ihrem Rollstuhl die Treppe hinunter gefallen. Dabei hatte sie eine Hirnblutung, einen Beckenkammbruch und einen komplizierten Armbruch erlitten. Dennoch wurde die alte Damen so weit wiederhergestellt, dass sie ins Altenheim zurückkehren konnte. Kurz darauf verstarb sie aber jetzt. Altenheimleiter Stanislaus Stegemann sagt: "Der Tod der Bewohnerin war nicht die Folge ihres Treppensturzes, sie ist einfach gestorben, hatte ihr Alter erreicht."

Nach dem schicksalhaften Treppensturz sei man natürlich nicht untätig geblieben, betont Stegemann. Als vorläufige Sicherung habe man zwar vorerst nur gelbe Markierungen am Treppenabsatz anbringen können: "Wir sind aber in engem Kontakt mit dem städtischen Bauamt und warten auf die genehmigung, Poller vor die Treppe setzen zu können. Das ist aber nicht so einfach," gibt Stegemann zu bedenken. Denn einerseits müssten enorme Brandschutzauflagen in Altenheimen erfüllt werden. Ein ganz großes Problem sei überdies: "Es gibt bisher keine einzige gesetzliche Regelung zu Absturzsicherungen in Altenheimen", beklagt der Leiter der Hasensprungmühle. In den vergangenen sechs Jahren hatte es im Evangelischen Altenheim Hasensprungmühle insgesamt drei Treppenstürze gegeben. Senioren im Rollstuhl, oftmals auch demenzkrank, waren in einem unbeobachteten Moment ins Treppenhaus gerollt und hatten nicht den Aufzug benutzt, sondern waren zu nah an den Treppensatz herangefahren und dann abgestürzt. "Eine 100-prozentige Sicherheit gibt es nicht. Wir können und wollen den alten Menschen nicht ihre Freiheit rauben, indem wie sie medikamentös nur noch ruhig stellen oder sie sogar fixieren. Dann würden wir ihnen den letzten Rest ihrer Lebensqualität rauben", gibt Stegemann zu bedenken, der übrigens mit der Problematik von Treppensicherungen nicht alleine dasteht.

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In einem Leverkusener Altenheim verstarb allerdings als unmittelbare Folge seines Treppensturzes im Oktober 2014 ein 85-jähriger Bewohner. Auch er hatte sich, unbemerkt vom Personal, dem Treppenhaus nähern können. Ebenso wie an der Hasensprungmühle sagte der dortige Heimleiter, dass Bewohner eben nicht 24 Stunden rund um die Uhr zu "bewachen" oder gar "einzusperren" seien.

Beim städtischen Bauamt liegt der Antrag vom Altenheim Hasensprungmühle jetzt auf Einbau von Pollern zur Sicherung der Treppe vor, wie Stadtsprecherin Ute Gerhards betonte. Es seien nur noch einige Zusatzunterlagen vom Heimleiter angefordert worden, das sei aber nur noch eine Formalie.

(RP)