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Leichlingen: Haus Vorst: Besucher stürmen den Mittelalter-Markt

Leichlingen : Haus Vorst: Besucher stürmen den Mittelalter-Markt

Innen Elfe, außen Pummel, so lautet das Motto von Lidania de Brigata und Margolia van Rijn. Die beiden Frauen aus Solingen zogen am Wochenende als "Pummelelfen" über den Mittelalter-Markt auf dem Gelände von Haus Vorst und erheiterten mit ihren Liedern, deren lustige Texte etwa von Gauklern, Hexen und dem Treiben auf einem mittelalterlichen Markt handeln.

Es war die letzte Gelegenheit für Besucher, einen Blick auf das alte Gemäuer zu werfen, da dieses an einen neuen Eigentümer verkauft und das Gelände somit bald nicht mehr für die Öffentlichkeit zugänglich ist.

Entsprechend groß war das Interesse: Allein am Samstag kamen rund 2000 Besucher. "Wir sind zufrieden, damit hatten wir am ersten Tag gar nicht gerechnet", sagte Helga Müller-Vogt, die mit ihrem Mann Martin den Markt organisiert hatte.

Gestern wurde es auf dem Gelände dann richtig voll. Begeistert von der besonderen Atmosphäre, die vom Markt ausging, waren Stefanie und Ingo Barzen, die extra aus Remscheid angereist waren: "Das Haus, die Landschaft, die kostümierten Leute - einfach wunderbar", urteilte Erstere.

An rund 40 Ständen gab es einiges zu entdecken: Verschiedene Gruppen vermittelten einen Einblick ins mittelalterliche Leben - so widmeten sich die "Wanderfalck"-Leute der Handarbeit und schmorten Rollbraten mit Wurzelgemüse. Die 15 Mittelalterfans verbrachten sogar die Nacht in ihrem Lager: "Wir schlafen auf Fellen und Wolldecken, das hält schön warm", verriet Katja aus Opladen.

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An anderer Stelle zeigten "Die Landsleute" den Besuchern, wie man etwa Bögen, Pfeile und Kettenhandschuhe herstellt. "Wir möchten den Leuten das mittelalterliche Handwerk näherbringen", sagte Fecker, der vor 15 Jahren angefangen hatte, Bögen zu bauen. "Inspiriert wurde ich damals vom Herrn der Ringe, und durch den Bogenbau bin ich generell zum Mittelalter gekommen", erzählte der 47-Jährige. Wer die Bögen in der Praxis testen wollte, hatte nebenan die Gelegenheit dazu.

Einen Blick in die Zukunft gewährte Wahrsagerin Cara, die in ihrem Zelt Tarotkarten legte und aus der Hand las.

An den Verkaufsständen wurden Weine mit wohlklingenden Namen wie Feengold, Koboldfeuer und Elfentau feilgeboten, daneben gab es die obligatorischen Holzschwerter, Felle, Gewänder und Accessoires.

Dass Haus Vorst bald für die Öffentlichkeit geschlossen sein wird, stieß bei den Besuchern auf Bedauern aber auch Verständnis: "Das ist zwar nicht schön, aber wenn der Käufer das so entscheidet, muss man das natürlich akzeptieren", sagte Sylke MacDonald, die viele Kindheitserlebnisse mit der Burg verbindet. "Ich komme ursprünglich aus Balken und war oft hier oben." Auch Bettina Heinrichs und Alexander Lissy bedauerten den Umstand. "Es ist schade", sagte Lissy. "Andererseits: Wenn mir das gehören würde, würde ich auch nicht wollen, dass hier Leute rumlaufen, daher kann ich das schon verstehen."

(jube)