Leichlingen: Hauptschule will nicht leise abtreten

Leichlingen : Hauptschule will nicht leise abtreten

Ein halbes Jahrhundert gibt es die Schul-Institution in Leichlingen, doch in diesem Sommer ist Schluss.

Nach 50 Jahren wird das kein Abschied still und leise. Vielmehr will sich die städtische Hauptschule am Hammer mit Pauken und Trompeten aus der Schullandschaft verabschieden.

Verantwortliche und Beteiligte haben sich deshalb einiges einfallen lassen. Ehe der Unterrichtsbetrieb zu Beginn dieses Sommers endgültig eingestellt wird ist für den 16. Juni noch ein letztes großes Fest ab 18 Uhr auf dem Schulgelände der Hauptschule geplant, zu dem ehemalige Lehrer, Schüler und Mitarbeiter eingeladen sind.

Zur besseren Planung bitten Rektorin Helga Fricke und Konrektorin Annette Kockerols bis 30. April um Anmeldung per Mail unter dem Stichwort "undtschuesshauptschule@leichlingen.de" .

Was vielleicht lapidar klingen mag, stimmt im Grunde traurig. Auch deshalb, weil sich die Schule aktiv am Stadtleben beteiligte und über die Grenzen Leichlingen hinaus einen guten Ruf besaß.

Das Engagement reichte von Tanz- und Musikvorführungen bei Stadtfesten über Hilfe bei der jährlichen Putzaktion bis zur Gestaltung eigener Sitzungen sowie Teilnahme am Blütensamstagszug. Das nächste Karnevalsfest wird nun eher nüchtern ausfallen. "Die Eltern haben so entschieden", sagte Fricke.

Stetig rückläufige Anmeldezahlen der im April 1975 feierlich eingeweihten Schule, die zeitweise mit über 1.000 Schülern eine der größten Hauptschulen im Land war, hatten den Ausschlag gegeben. Bei manchen Abschlussfeiern wurden bis zu 230 Jugendliche pro Jahrgang verabschiedet. Aktuell werden noch 35 Schüler, aufgeteilt in die Klassen 10a und 10b, von fünf eigenen Kollegen unterrichtet und durch sieben Lehrer der Hauptschule Burscheid unterstützt. 21 Schüler streben den Hauptschul-, 14 den Realschulabschluss an. Nun hoffe Fricke, sagte sie, dass die im gleichen Gebäude untergebrachte Sekundarschule "viel von unserer Arbeit fortführt. Wir gehen davon aus, dass ein kleines bisschen von unserem Spirit mitgenommen wird."

Sie persönlich spiele mit dem Gedanken, sich um eine Abteilungsleiterstelle an der Sekundarschule zu bewerben. Annette Kockerols unterrichtet noch ein Jahr an einer Gesamtschule im Kreis, ehe sie in Ruhestand geht. "Bis 1965 hatte Leichlingen nur eine weiterführende Schule: Die ehemalige Volksschule am Büscherhof", bemerkte Bürgermeister Frank Steffes bei einem Gespräch über Rückblick und Vorschau auf die Zukunft der Leichlinger Bildungslandschaft.

1970 wurde eine zweizügige Realschule auf dem Gelände der ehemaligen Färberei Römer Am Hammer eröffnet, 1971 das städtische Gymnasium. Wenn auch die Realschule 2020 geschlossen wird, bleiben in Leichlingen nur noch Gymnasium und Sekundarschule übrig.

(RP)
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