Handy-Docs helfen Senioren in Leichlingen

Angebot für Senioren: Philipp, Ben und Philipp sind die Leichlinger Handy-Docs

Einmal im Monat zeigen drei Schüler der Sekundarschule Senioren im Quartierstreff, wie man mit dem Handy oder Tablet richtig umgeht.

Von ihrem Handy ist Elke Päsch total begeistert. Aus ihrem Alltag ist es nicht mehr wegzudenken. „Dennoch habe ich die Möglichkeiten noch lange nicht ausgereizt, und das möchte ich ändern“, sagt die 68-Jährige. Deshalb ist sie in den Quartierstreff an der Gartenstraße gekommen, um die Handy-Docs um Rat zu fragen.

Die Handy-Docs, das sind Philipp Krafzick, Ben Luscher und Philipp Ellendt. Die drei besuchen die achte Klasse der Sekundarschule in Leichlingen und bieten an jedem letzten Dienstag im Monat von 14 bis 15.30 Uhr eine Sprechstunde im Quartierstreff für Senioren an. Diese können mit ihren Handys, Smartphones, Tablets oder Laptops vorbeikommen und sich in Ruhe ihre Fragen beantworten lassen.

So wie Elke Päsch. Die Grundfunktionen ihres Handys sind für sie kein Problem mehr. Im Gegenteil: Begeistert erzählt sie von dem Adapter, der ihr Handy per Bluetooth mit ihrem Hörgerät verbindet. „Normalerweise kann ich in einem Raum, in dem es viele Nebengeräusche gibt, nichts hören. Aber durch diese Funktion kann ich alles hören und auch telefonieren.“

Trotzdem hat sie noch einige Fragen. „Ich weiß zum Beispiel nicht, wie ich im Drogeriemarkt die Fotos von meinem Handy übertragen kann, um sie auszudrucken. Das habe ich mir für heute vorgenommen.“ Und wenn sie zu Fuß unterwegs ist, würde sie gerne das Handy nutzen, um Wegbeschreibungen zu finden und Orte in der Umgebung gezielt ansteuern zu können.

Für die beiden Philipps und Ben sind diese Anliegen überhaupt kein Problem. Geduldig beantworten sie Fragen, erklären verschiedene Funktionen, helfen beim Einrichten von Mail-Adressen und zeigen, wie man Fotos verschickt. „Das macht Spaß, wenn man helfen kann und gibt einem auch ein Erfolgsgefühl“, sagt Philipp Krafzick.

Und ist es schonmal vorgekommen, dass sie ein Problem nicht lösen konnten? „Ich glaube, zweimal“, überlegt Ben. „Das waren Tastenhandys, da musste wir uns erstmal schlaumachen, wie das geht.“ Aber dafür haben die drei Jungs ja auch vier Wochen Zeit, und bei der nächsten Sprechstunde können sie dann weiterhelfen.

So entsteht ein lebendiger Austausch zwischen den Senioren und den drei Teenagern. Genau das ist das Ziel des Projekts. „Wir wollen die Generationen miteinander in Kontakt bringen“, sagt Regina Meller, Lehrerin an der Sekundarschule, die das Projekt gemeinsam mit Hilde Cordes und Sabine Rauh vom Quartierstreff ins Leben gerufen hat. „Die Jugendlichen können von der Erfahrung der Senioren profitieren, und die Senioren bekommen frische Impulse und lernen zudem noch, mit ihren Handys umzugehen.“

Nachdem das Projekt testweise im vergangenen Sommer begonnen wurde, hat es sich inzwischen so etabliert, dass Sekundarschule und Quartierstreff einen offiziellen Kooperationsvertrag geschlossen haben. Der Erfolg gibt ihnen Recht. Am gestrigen Dienstag kamen acht Seniorinnen, um sich von Philipp, Ben und Philipp helfen zu lassen. „Und in Zukunft werden es bestimmt noch viele mehr“, hofft Hilde Cordes.

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