Leverkusen: Halteverbot ärgert Witzheldener

Leverkusen : Halteverbot ärgert Witzheldener

Seit rund drei Wochen gilt auf der Burscheider Straße bis hinunter zur Feuerwache absolutes Halteverbot. Anwohner sehen sich durch die Maßnahme bedrängt, der Bezirksausschuss sucht nach einem Kompromiss.

Die Erneuerung der Halteverbotsregelung auf der Burscheider Straße in Witzhelden sorgt derzeit für großes Unverständnis bei vielen Anwohnern. "In einer Nacht- und Nebelaktion hat die Untere Straßenverkehrsbehörde Halteverbotsschilder aufgestellt. Seither verteilt das Ordnungsamt ständig Strafzettel", erzählt Ernst Tromm verärgert über die Vorgänge vor seiner Haustür.

Seit rund drei Wochen ist auf der Burscheider Straße nicht nur zwischen Witzheldener Markplatz und der Anlieferung der Bäckerei Strieker absolutes Halteverbot, sondern bis hinunter zur Wache des Feuerwehrlöschzuges IV. "Ich finde es völlig richtig, dass zwischen der Warenanlieferung der Bäckerei und Am Markt niemand stehen darf, weil es dort zu eng ist", sagt Tromm.

Mehl künftig per Hubschrauber?

Doch warum in die andere Richtung nun auch Halteverbotsschilder stehen, versteht er nicht. "In den letzten 23 Jahren haben dort die parkenden Autos doch auch niemanden gestört", argumentiert der Anwohner. Woher jetzt plötzlich die Motivation für Schilder und Strafzettel komme, wisse er nicht. "Soll das Mehl für die Bäckerei zukünftig mit dem Hubschrauber angeliefert werden?" fragt er nicht ohne Ironie. Sein Vorschlag: Statt des Halteverbots könnte wenigstens im unteren Teil der Burscheider Straße bis zur Feuerwache nur ein Parkverbot gelten. Ein weiteres Problem verschärft sich aus Ernst Tromms Sicht außerdem durch die Regelung: "Im gesamten Witzheldener Dorfkern gibt es fast keine öffentlichen Parkplätze mehr. Private Besucher oder Handwerker wissen oft gar nicht, wo sie ihre Autos lassen sollen". Die Situation werde zudem immer dramatischer, seit auch der Kirmesplatz neben der Gaststätte "Zur Alten Post" Privatparkplatz sei, der nicht öffentlich genutzt werden solle.

Die Stadtverwaltung indes sieht keine Alternative zum absoluten Halteverbot auf der Burscheider Straße: "Die Feuerwehr hat sich an die Untere Straßenverkehrsbehörde gewendet, weil sie dringenden Handlungsbedarf gesehen hat", erklärt Stadtsprecherin Ute Gerhards. Die Feuerwehrautos hätten große Probleme, im Einsatzfall durch die von beiden Seiten zugeparkte Burscheider Straße zu kommen. "Wir haben im Rahmen unserer Verkehrssicherungspflicht und nach Straßenverkehrsordnung gar keine andere Wahl, als das ohnehin bestehende Halteverbot unverzüglich durchzusetzen", sagt Gerhards. Die Schilder seien deshalb auf dringenden Wunsch der Feuerwehr erneuert worden. Der Witzheldener Bezirksausschuss, in dem das Thema zuletzt diskutiert wurde, will der Stadt als Kompromiss vorschlagen, zwei bis drei Parkbuchten zwischen Felder Weg und Feuerwache und zusätzlich eine Ladezone an der Bäckerei einzurichten.

(RP)