Leverkusen: Großer Tag für 16 Schüler bei Paralympics in London

Leverkusen : Großer Tag für 16 Schüler bei Paralympics in London

Es ist ruhig in der Basketball-Arena. Dann gibt es tosenden Applaus. 5000 Zuschauer sind dabei, als die deutschen Rollstuhlbasketball-Damen gegen China bei den Paralympics in London gewinnen.

Im Publikum sitzt auch der 16-jährige Manuel aus Leichlingen. "Das ist ein tolles Erlebnis", sagt er mit glänzenden Augen, und sein Mitschüler Rafael (13) nickt begeistert. Die Jungen besuchen die Paul-Klee-Förderschule an der Neukirchener Straße. Nun hat die Schule des Landschaftsverbandes Rheinland (LVR) gemeinsam mit vier anderen LVR-Schulen einen ganz besonderen Tagesausflug unternommen: eine Reise zu den Paralympischen Spielen.

Für die Leichlinger Schüler, die in der Leichtathletik beim Schulsportwettbewerb Jugend trainiert für Paralympics im Mai selbst den ersten Platz belegt haben, ist das ein ganz besonderes Erlebnis. "Die Wettkämpfe hier sind toll", findet die 18-jährige Parwaner. Und auch, wenn die Jugendlichen nach einer Nacht mit Bus und Fähre etwas müde sind — der Stimmung schadet das nicht.

Die Jungen und Mädchen sind überwältigt von der Atmosphäre im Olympiapark, von der Begeisterung der Menschen und von der Art, wie diese ihre Sportler anfeuern. "Wenn ich mal die Möglichkeit habe, möchte ich auch Profisportler werden", sagt Rafael. Diesem Ziel ist sein Schulkamerad Timor Huseni schon ein Stück näher. Der 17-Jährige trainiert in London im Paralympischen Jugendcamp. Gemeinsam mit vielen anderen Jugendlichen mit und ohne Behinderung erlebt er die Paralympics aus nächster Nähe. "Mein großes Ziel ist es, in vier Jahren selbst als Athlet dabei zu sein", sagt er. Beim Rollstuhlbasketball ist derweil der Startschuss für das vierte Gruppenspiel gefallen: Deutschland gegen Kanada. Aber gegen den zweimaligen Goldmedaillengewinner haben die Deutschen keine Chance.

Aktionen und Bobbys zu Pferde

Enttäuscht sind Manuel und seine Klassenkameraden aber nicht. Schließlich gibt es neben den einzelnen Wettkämpfen so viel mehr zu sehen: junge Akrobaten, die im Olympiapark zum Mitmachen animieren, Sänger, die die unzähligen Gäste, die nun am Nachmittag auf das Gelände strömen, musikalisch unterhalten und Bobbys, die zu Pferde für Sicherheit sorgen.

Die Idee zu dem besonderen Ausflug hatte Monika Güdelhöfer. Sie ist Förderschullehrerin in Wiehl. Seit Januar dreht sich bei ihr alles um die Paralympics und den Plan, Kindern und Jugendlichen mit Handicap die Möglichkeit zu bieten, einmal dabei zu sein. Ein Projekt, von dem Friedhelm Julius Beucher, Präsident des Deutschen Behindertensportverbandes, begeistert ist: "Es ist sensationell, dass die Schüler die Möglichkeit haben, paralympische Luft zu schnuppern." Und von dieser Luft sind die Kinder und Jugendlichen begeistert. "Es ist toll, dass ich dabei sein konnte", sagt die 13-jährige Rima. "Ich werde diesen Tag nie vergessen."

(RP/rl)