Leichlingen: Griechisches Millionenspiel

Leichlingen: Griechisches Millionenspiel

Der Leichlinger Ioannis Milionis kann mit viel Geld umgehen. Das bewies er im Haus der Europäischen Zentralbank. Kleiner Haken: Es ging nur um Papiermoneten.

Über das hoch verschuldete Griechenland diskutiert seit Monaten die Europäische Union. Dabei können auch Hellenen erfolgreich sehr viel Geld managen: Der Grieche Ioannis Milionis verdoppelte jetzt in Frankfurt am Main innerhalb von anderthalb Stunden 15 Millionen Euro durch geschicktes Taktieren auf 30 Millionen Euro. Einen Schönheitsfehler hatte diese finanztechnische Meisterleistung allerdings: Sie fand nur auf dem Spielbrett statt.

EC-Karte statt Bargeld

Der Einsatz des 39-jährigen Comiczeichners aus Leichlingen war Plastikgeld, mit dem er im Haus der Europäischen Zentralbank an einem Monopoly-Turnier teilnahm. Zum Wettspiel hatte die Brettspielgemeinde im Internetportal Facebook aufgerufen. Teilnehmen durfte per Losentscheid, wer die Nationalität des vertretenen Landes mit seinem Ausweis belegen konnte. In der neuesten Version des Gesellschaftsspiels zahlt man nicht mehr mit Bargeld, sondern wie im echten Leben mit der EC-Karte. Gute Geschäfte beginnen erst ab einem Volumen von mehr als 500 000 Euro — Dimensionen, in denen Otto Normalverbraucher schnell den Überblick verlieren kann.

Milionis aber war mit einem glücklichen Zockerhändchen ins Turnier gestartet. Mit seinem ersten Wurf, einer Sieben, landete er auf einem Ereignisfeld und heimste zwei Millionen Euro ein. Mit seiner Taktik "möglichst viel kaufen, um hohe Miete zu erzielen oder Straßen zum Tausch zu haben", zog er in die Endrunde ein, bei dem Teilnehmer aus allen 17 Euro-Ländern mitspielten.

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Korruption und Misswirtschaft

Milionis' Verwandte in Griechenland allerdings können von so viel Geld derzeit nur träumen. "Typisch für die Griechen ist es, dass sie das Leben genießen und einfach schauen, was kommt. Das schlechte Image Griechenlands haben aber nicht die einfachen Menschen verschuldet", sagt der Cartoonist. Vielmehr arbeiteten seine Landsleute heute bei viel höheren Lebenshaltungskosten zu gleichen Löhnen wie früher. "Verschuldet hat die Misere der Staat; durch Misswirtschaft und Korruption", urteilt der Leichlinger.

Das Monopoly-Spielen sieht Milionis, dessen Nachnamen viele Turnierbeobachter zunächst für einen PR-Gag hielten, als Ausgleich zum wirklichen Leben: "Da kann man mit wenig Geld richtig viel Gewinn machen."

(inbo)
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