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Leichlingen: Glücksfall aus New York

Leichlingen : Glücksfall aus New York

Hans-Lothar Huhn reiste extra aus den USA an, um "seine" Tanzwerkstatt bei der Vorbereitung eines Großprojektes zu Unterstützen. Die Doktorarbeit muss warten.

Als 15-Jähriger hat Hans-Lothar Huhn begonnen, bei Trixi Schüttler in der Tanzwerkstatt zu tanzen. "Eigentlich wollte ich nur Stepptanz machen", erzählt der mittlerweile 38-jährige Innenarchitekt. Aber dann überzeugte sie ihn fürs Ballett. "Sie versteht es einfach, Leute für eine Sache zu begeistern", erklärt Huhn, warum er wie andere Aktive immer noch dabei ist, wenn es darum geht, ein besonderes Projekt zu realisieren.

Einen Monat Urlaub genommen

Er hat sich extra einen Monat Urlaub genommen, um während der letzten Probenphase und bei den Aufführungen des Tanzstücks "Spacegirls" morgen, 28. März, vor Ort zu sein. Denn eigentlich ist er in New York mit seiner Doktorarbeit über ein architekturhistorisches Thema beschäftigt. Hans-Lothar Huhn hat Kunstgeschichte und Musikwissenschaften studiert und entwirft als Interior-Designer repräsentative Räume beispielsweise für Restaurants, Eingangshallen von Firmen oder gelegentlich auch für Privathäuser. Bei der Gestaltung einer Bühne und der optimalen Präsentation einer Choreografie in passenden und authentischen Kostümen kann er von seinem beruflichen Wissen jede Menge profitieren. Ein Glücksfall für die Tanzwerkstatt von Trixi Schüttler, für die er bis hin zu den Plänen für die Lichttechnik diese Arbeiten übernommen hat. Zunächst von Amerika aus, wo er die Geschichte mit entwickelte, Bühnenbild- und Kostümideen skizzierte und per Fax oder E-Mail an die Leichlinger Tanzschule schickte. Nach seinen Entwürfen wurden hier Ritterrüstungen oder asiatische Kleidung geschneidert. Requisiten wie Riesenfächer für eine Tanzszene fand er in Chinatown und brachte sie mit.

Anfang März ist er angereist und hat in der ersten Woche Einzelproben verfolgt und auch den ersten Gesamtdurchlauf als kritischer Außenstehender beurteilt. Beim ersten großen Tanzprojekt vor drei Jahren, als die Tanzwerkstatt "Peterchens Mondfahrt" aufführte, hat er auch noch aktiv mitgetanzt. Dieses Mal wird er nur in der dritten Szene den schweren Drachenkopf tragen. Mit allen anderen Arbeiten sei er wirklich ausgelastet, meint er.

Neue Idee keimt bereits

Aber offenbar doch nicht überlastet. Denn während die "Spicegirls" in der heißesten Probenphase steckten und noch tausend Sachen bedacht werden mussten, keimte bereits die Idee für das nächste Projekt. Damit müsse man sich allerdings einige Jahre Zeit lassen, denn eine abendfüllende Aufführung auf hohem technischen Niveau zu stemmen, das verlange allen Beteiligten einiges ab. Und schließlich wartet da neben dem Beruf auch noch eine Doktorarbeit auf Fertigstellung.

(RP)