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Leverkusen: Gewerkschaft: Polizei braucht mehr Personal

Leverkusen : Gewerkschaft: Polizei braucht mehr Personal

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) ist alarmiert: Weil immer mehr Polizeibeamte pensioniert werden und nicht genug Nachwuchs eingestellt wird, sei auf absehbare Zeit mit einem dramatischen Personalmangel zu rechnen. Auch im Rheinisch-Bergischen Kreis drohe eine prekäre Lage: Nach aktueller Prognose würden bis 2020 17 Polizisten fehlen, sagt Polizeihauptkommissar Jürgen Weber von der GdP-Kreisgruppe Rheinisch-Bergischer Kreis. Das seien fünf Prozent der Belegschaft.

Dadurch sei mit "konkreten Folgen für die Sicherheit unserer Bürger im Kreisgebiet zu rechnen", warnt Weber. "Wir wehren uns gegen den Personalabbau, weil immer mehr Arbeit auf immer weniger Schultern verteilt wird." Durch Krankheit, Elternzeit, Mutterschutz, Ausbildung fehlen derzeit im Kreis laut Weber 16 Kollegen längerfristig und teilweise auf nicht absehbare Zeit. Es würden zwar keine Stellen abgebaut, "aber fünf Stellen konnten nicht wieder besetzt werden".

"Wir wollen und können diese Zahlen nicht kommentieren, weil wir nicht wissen, wie die GdP diese erhoben hat", sagt Polizeisprecher Peter Raubuch. Aber er bestätigt: "Ab 2016 wird es ein Missverhältnis geben. Das heißt: Es werden mehr Kollegen in den Ruhestand gehen als Nachwuchskräfte ihre Ausbildung beenden. Dann muss etwas passieren", sagt Raubuch.

Nach Angaben der GdP erhöhten sich die Einsatzzahlen von 2009 (29 097) bis 2012 (29989), und auch die Zahl der Straftaten stieg seit 2009 (13 409) auf 14 163 (2012). Durch Zuweisung neuer Aufgaben und damit verbundener höherer Belastung habe die Kreispolizei die "absolute Grenze ihrer Leistungsfähigkeit" erreicht, betont Weber. Dem widerspricht Raubuch: "Aktuell sind wir nicht an unsere Grenzen gestoßen, die Sicherheit im Kreis ist nicht gefährdet — und das wird auch in den nächsten Jahren so bleiben."

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Könnte man die Zusammenlegung der Wachen in Wermelskirchen und Leichlingen hintanstellen, um so mehr Geld in neues Personal zu stecken? Raubuch: "Das sind zwei verschiedene Verantwortungsebenen. Über die Zusammenlegung der Wachen entscheidet die Behörde, auf das Einstellungsverfahren haben wir keinen Einfluss, das regelt das Land." Zudem sei die Zusammenlegung kostenneutral: "Im neuen Objekt zahlen wir nicht mehr Miete, als wir zurzeit für die Wachen in beiden Städten zahlen."

Die GdP-Kreisgruppe fordert, nachhaltig dem Personalnotstand entgegenzuwirken — "sonst besteht die Gefahr, dass Streifenwagen nicht mehr alle besetzt werden können oder Standorte im Kreisgebiet gefährdet sind" (Weber). Ziel der GdP sei es, die Einstellungszahlen von 1400 auf 1700 zu erhöhen, in diesem Jahr um 100. Weber: "Das würde uns auch im Rheinisch-Bergischen Kreis ein gutes Stück weiterhelfen."

(RP/ac)