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Leverkusen: Gern in Lindlar, lieber Landrat

Leverkusen : Gern in Lindlar, lieber Landrat

Mit einer Zustimmung von 80 Prozent gelang Hermann-Josef Tebroke 2009 die Wiederwahl als Bürgermeister von Lindlar. Nun tritt er für die CDU als Landrat an. Er rechnet sich Chancen aus, es im ersten Wahlgang zu schaffen.

Seit ein paar Jahren hat Hermann-Josef Tebroke eine besondere Beziehung zu Wermelskirchen. Denn das Büdchen, das einst gegenüber vom Café Wild stand, hat seit vorigem Jahr im LVR-Freilichtmuseum Lindlar einen neuen Platz gefunden. Ausgehandelt haben das der Wermelskirchener Bürgermeister Eric Weik und eben Hermann-Josef Tebroke, seit 2004 Hauptamtlicher Bürgermeister der oberbergischen Stadt Lindlar.

Er ist gerne in Wermelskichen, erzählt der 47-Jährige. In letzter Zeit haben sich die Besuche gehäuft, denn Tebroke kandidiert für die CDU als Landrat. "Ich nutze die Zeit, die mir neben meinen Aufgaben als Bürgermeister bleibt, um viel im Rheinisch-Bergischen Kreis unterwegs zu sein", betont er.

Vor Ort spricht er mit Mitgliedern von Seniorenunion und Wählergemeinschaften, aber er sucht auch bei Veranstaltungen wie zuletzt der Rassegeflügelschau in Dhünn den Kontakt zu Menschen mit den unterschiedlichsten Interessengebieten. "Ich spreche mit ihnen über die Funktion des Landrates, die finanzielle Situation der Kommunen oder die Polizei. Der Weggang von Landrat Rolf Menzel wird nur selten thematisiert", erzählt Tebroke.

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Geradezu akribisch sammelt der CDU-Kandidat Informationen über den Rheinisch-Bergischen Kreis. "Dabei ergibt sich ein immer dichteres Bild. Und ich bekomme immer mehr Lust auf diese neue Aufgabe", sagt er. Er ist gerne gut vorbereitet, findet es aber auch spannend, Neues kennen zu lernen. Eine Meinung bildet sich der ehemalige Professor für Finanzwirtschaft und Bankbetriebslehre nicht, ohne sorgfältig die Hintergründe recherchiert zu haben. "Ich möchte möglichst viele Ansichten kennen und mit Menschen sprechen, die etwas von der Sache verstehen", sagt er.

Vermutlich ein Grund, warum ihm das wissenschaftliche Arbeiten viel Spaß gemacht hat. Hermann-Josef Tebroke ist es wichtig zu betonen, dass er 2004 keinesfalls keine Lust mehr gehabt hat, Professor zu sein. "Aber zu dem Zeitpunkt war es einfach dran, Bürgermeister in Lindlar zu werden", sagt er ganz pragmatisch. Seine Frau und die vier Kinder im Alter von zwölf bis 18 Jahren lebten ohnehin schon im Oberbergischen. Die Professur in Bayreuth aufzugeben, war so letztlich auch eine Entscheidung für die Familie.

Doch er verschwand nicht von heute auf morgen von der Uni. "Ich habe noch einige Examensprüfungen von den Studenten abgenommen, die bei mir ihre Vorbereitung gemacht haben", erzählt er. Verantwortungsbewusstsein und Besonnenheit sind Tebroke wichtig.

So sei es auch jetzt, falls er das Bürgermeisteramt frühzeitig verlassen sollte: Ein großer Teil dessen, was er sich bei seiner Wiederwahl 2009 für Lindlar vorgenommen habe, sei bereits erledigt. "Ich bin sehr gerne Bürgermeister, aber noch lieber möchte ich Landrat werden", gesteht Hermann-Josef Tebroke.

Die Aufgabe reizt den 47-Jährigen auch deshalb, weil er den Rheinisch-Bergischen Kreis für "eine tolle Adresse" hält. Eine Adresse, die ihm nicht unbekannt ist. Denn Lindlar sei stark westlich orientiert. "Ich hatte immer Kontakt in den Kreis. Ganz stark seit der Regionale, aber auch bereits vorher über den Städte- und Gemeindebund und die Naturarena Bergisches Land", sagt er.

Anders als seine beiden Konkurrenten von SPD und Grünen setzt Landratskandidat Tebroke auf den 20. November und somit darauf, dass keine Stichwahl notwendig wird. "Ich bin sehr optimistisch, dass die Stimmen ausreichen", sagt Hermann-Josef Tebroke. Es klingt ruhig und besonnen.

(RP)