Germania-Chor begeistert Konzert in Leichlingen mit La Traviata

Konzert in Leichlingen : Germania-Chor entführt in die Welt von Verdi

Der Klassiker „La Traviata“ stand jetzt auf dem Programm des Gemischten Chores und sorgte bei Sängern und Publikum für Begeisterung.

Für die große Oper taugt die kleine Bühne der Aula Am Hammer nun wirklich nicht. Trotzdem gelingt es dem Gemischten Chor Germania immer wieder, seinem Publikum beeindruckende konzertante Produktionen so für die heimischen Verhältnisse zuzuschneiden, dass auch die Augen auf ihre Kosten kommen. Für golden glitzernde Lampen über den Köpfen reicht der Platz immerhin. Und zusammen mit den Sängern im schwarzen Anzug und Sängerinnen in langen Abendkleidern, mit Federschmuck im Haar, die sich mit Sektgläsern zuprosten, haben sie die Zuschauer im vollen Saal direkt auf eine der Gesellschaften mitgenommen, von denen die Kurtisane Violetta so manche in ihrem Pariser Salon des 19. Jahrhunderts veranstaltete.

Die perfekte Kulisse für den ersten Akt der Oper „La Traviata“, mit der Giuseppe Verdi tatsächlich zunächst einen Flop landete, bevor sie – überarbeitet – zu einer der erfolgreichsten der Musikgeschichte wurde. Obwohl bei der Germania-Aufführung kurz das Ende, der tragische Tod der jungen, an TBC erkrankten Hauptfigur, vorweggenommen wurde, konnten die Sänger schon nach wenigen Minuten in den ersten populären Gassenhauer, das Duett mit Chor „Libiamo ne’ lieti calici“ einstimmen. Spätestens da war das Publikum begeistert. Denn da sprang schon der Funke jener Begeisterung über, der die Germanen spürbar erfasst hatte.

Zumal die beiden Solisten, die junge, aber stimmlich sehr präsente Katharina Borsch in der Rolle der Violette und Marco Antonio Rivera mit seinem weichen und doch durchdringenden Tenor in der Partie ihres Geliebten Alfredo, die Erwartungen mehr als erfüllten. Mit gesetztem Bariton füllte Petteri Falck die dritte Hauptfigur, Alfredos Vater und Intrigant Germont aus.

In Nebenrollen ergänzten Laura Metzemacher (Flora) und Laura Iacovino (Amilla). Verdis Personal musste hier aus verständlichen Gründen etwas eingeschmolzen werden, auch in der Handlung musste notwendigerweise gekürzt werden. Damit es aber nicht nur ein konzertantes „Best of“ wird, haben sich Germania-Sänger und ihr Leiter Juliano Suzuki, der die Bergischen Kammerphilharmoniker mit klaren und energischen Gesten leitete, etwas einfallen lassen.

Sabine Müller moderierte die Veranstaltung, sie erzählte zwischen Chören, Soli, Duetten und Terzett die Handlung weiter und beschrieb die ganze Szenerie so einfühlsam, dass sich die Kopfkinos der Zuhörer einschalteten und jene Bilder ergänzten, die in einer konzertanten Oper fehlen. Außerdem gab es so, trotz einer Aufführung in italienischer Originalsprache, keinerlei Verständnisprobleme. Die kommt beim Singen natürlich viel flüssiger und runder über die Lippen.