Gericht fällt Urteil nach Einbruch in Leichlingen

Nach Einbruch in Leichlingen : Gericht fällt Urteil nach Einbruch

Einem 34-Jährigen wurde vorgeworfen, 2018 in die Gaststätten Bergischer Hof eingebrochen zu sein. Jetzt wurde er verurteilt.

Nach einer Mammutverhandlung mit elf Zeugen über fast fünf Stunden um einen Einbruch in den Bergischen Hof am 21. Juni 2018, fällte das Opladener Amtsgericht nun ein Urteil. Gefehlt hatte am Ende nur die Aussage des damaligen Pächters, um den Schaden zu beziffern.

Rückblick: Ein 34-Jähriger soll mit zwei nicht bekannten Komplizen in die Gaststätte eingebrochen sein, dort habe die Bande den Inhalt der Glücksspielautomaten an sich genommen. Nachdem der Einbruch aufgefallen war, hatten drei Zeugen nach den Dieben in der Stadt gesucht. Sie scheuchten ein Trio, zu dem der Angeklagte gehörte, auf – die drei flüchteten. Ein Zeuge will den Beschuldigten im Gerichtssaal sicher wiederkannt haben.

In der Tatnacht selbst nahmen zwei Beamte der Polizei den Angeklagten auf dem Friedhof fest. Dabei fanden sie auf dem Fluchtweg des Mannes einen Schraubendreher und gleich neben ihm ein Geldbündel in Höhe von mehr als 600 Euro. Der Beschuldigte bestritt die Tat bis zuletzt, erklärte, er sei mit einem ihm nicht näher bekannten Mann arbeiten gewesen, ehe sie nach Leichlingen gefahren seien. Als die Gruppe sich auf dem Friedhof betrank und Marihuana nahm, habe er beim Eintreffen der Polizei nicht mit ihnen in Verbindung gebracht werden wollen.

Am Donnerstag nun berichtete der damalige Inhaber über den Abend, an dem in sein Lokal eingebrochen worden war. Die Tageseinnahmen beliefen sich demnach auf rund 1500 Euro. Das wollte die Verteidigung nicht glauben. Schließlich hätten sich an dem Lokal viele Pächter versucht – und seien gescheitert. „Das ist schon erstaunlich, dass sie so viel Umsatz machen“, so die Verteidigung. Der Zeuge versicherte, einen besonders guten Abend gehabt zu haben. Eine Versicherung habe er nicht besessen, mittlerweile ist die Pacht  beendet.

Für den Rechtsbeistand stand schnell fest: „Wir haben es hier mit einem klassischen Indizienprozess zu tun.“ Jeder der vermeintlichen Beweise sei für sich selbst betrachtet nicht genug, um seinen Mandanten zu verurteilen. Es gebe für jedes Indiz verschiedene Möglichkeiten. „Das ist einfach nur spekulativ“, führte er aus.

Die Staatsanwaltschaft sah das anders, nannte die Einlassung der 34-Jährigen „abenteuerlich“ und sagte: „Kreativität muss man ihm schon bescheinigen, die hat er.“ Die Kette aus Indizien – von den Zeugen über seine Flucht vor der Polizei, dem Schraubendreher, dem Geldbündel, einem Schuhabdruck im Inneren des Lokals bis hin zu einer Kölner Vorverurteilung wegen Einbrucks im gleichen Muster, rechtfertige eine Verurteilung. Das sah das Gericht ähnlich, sprach eineinhalb Jahre auf Bewährung aus. Zudem muss der Mann 150 Stunden Sozial-
arbeit leisten.

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