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Genehmigt: 15 Prozent weniger Wasser in der Wupper

Verband drosselt Zufluss aus Talsperren : Genehmigt: 15 Prozent weniger Wasser in der Wupper

Begründet wird die Absenkung der „Mindestwasserführung“ mit einer Stärkung der Pufferfunktion der Wupper- und weiterer Talsperren im Falle von Starkregen-Fluten wie im Juli 2021.

Die Wupper darf zumindest in der aktuellen Dürreperiode 15 Prozent weniger Wasser führen, als bisher erlaubt. Dies teilte der Wupperverband am Montag unter Verweis auf eine bis zum 15. Oktober gültige Genehmigung der Bezirksregierung mit. Begründet wird die Absenkung der „Mindestwasserführung“ mit einer Stärkung der Pufferfunktion der Wupper- und weiterer Talsperren im Falle von Starkregen-Fluten wie im Juli 2021. Denn je mehr Stauraum für Hochwasser, desto geringer die Maximalfüllmenge der Talsperren. Das wiederum beeinträchtigt deren „Niedrigwasseraufhöhungs“-Funktion. Ob die geringere Abgabe von Talsperren-Wasser im Dürrefall Konsequenzen für die Wasserqualität hat, soll laut Wupperverband durch wöchentliche Proben festgestellt werden.

Durch die Trockenheit seit Juni hat sich der Wasservorrat in den Talsperren verringert, so der Verband. Aktuell sei die Hauptsperre der Wupper-Talsperre zu 55 Prozent gefüllt, die Bever-Talsperre zu 84 Prozent. In den Talsperren am Oberlauf der Wupper liege der Wasservorrat aktuell bei 81 Prozent in der Brucher-Talsperre und 56 Prozent in der Lingese-Talsperre.

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In den Trockensommern 2018 bis 2020 benötigte der Wupperverband nach eigenen Angaben zwischen 44 und 47 Mio. Kubikmeter Wasser aus den Talsperren zur Niedrigwasseraufhöhung der Wupper. Die Brauchwasser-Talsperren sind Multifunktionsbauwerke mit mehreren Aufgaben. Ziel sei es, so der Verband, Hochwasserschutz und Niedrigwasseraufhöhung in Balance zu halten.

Als eine Konsequenz aus dem Hochwasser 2021 passt der Wupperverband die Talsperrensteuerung an: In der Wupper-Talsperre hat er im Sommerhalbjahr 2022 mindestens 2,5 Mio. m³ Stauraum als Puffer für Starkniederschlag freigehalten. „Bei Bedarf wird durch vorsorgliche Abgabe aus der Talsperre weiterer Puffer geschaffen. Zusätzlich bleiben an der Bever-Talsperre mindestens 1 Mio. m³ Stauraum frei, ebenso an der Neye-Talsperre.“

Mehr freier Stauraum bedeute allerdings, dass weniger Wasser in der Wupper-Talsperre für die andere wichtige Aufgabe Niedrigwasseraufhöhung zur Verfügung steht. Auch dies werde im Zukunftsprogramm Hochwasserschutz mit betrachtet.

„Aufgrund des geringeren Wasservorrats im Frühjahr und des aktuell bereits gesunkenen Stauinhalts, passt der Wupperverband die Abgabe aus der Wupper-Talsperre an die Wupper maßvoll an“, heißt es in einer Pressemitteilung von Montag. Denn der Wasservorrat müsse – wenn kein ergiebiger Regen fällt – noch Monate ausreichen, um die Niedrigwasseraufhöhung zu gewährleisten.

Hierzu hatte der Verband bei der Bezirksregierung Düsseldorf einen Antrag gestellt. Die von der Bezirksregierung erteilte Genehmigung sieht vor, dass der Verband die Wasserabgabe aus der Wupper-Talsperre bis 15. Oktober 2022 so steuern kann, dass am Pegel Kluserbrücke in Wuppertal statt zuvor 3.500 Liter nun 3.000 Liter pro Sekunde fließen. „Der Verband wird die Reduzierung mit einem engmaschigen umfangreichen Gewässermonitoring begleiten. An vier Stellen werden täglich und ergänzend an drei weiteren Stellen wöchentlich Proben genommen und die Wasserqualität untersucht. So wird kontinuierlich geprüft, ob die um 15 Prozent reduzierte Wasserführung im Fluss Auswirkungen auf die Wasserqualität hat“, heißt es in der Mitteilung weiter.

In Trockenphasen gibt der Wupperverband Wasser aus der Wupper-Talsperre – unterstützt durch weitere Brauchwassertalsperren am Oberlauf – ab, so dass eine Mindestwasserführung in der Wupper gewährleistet ist. „Gemäß der gültigen genehmigungsrechtlichen Vorgaben der Wupper-Talsperre liegt die Mindestwasserführung bei rund 3500 Liter pro Sekunde am Pegel Kluserbrücke. Durch die aktuelle Genehmigung beträgt die Mindestwasserführung nun 500 Liter weniger.“

Ohne die Abgabe aus den Talsperren würde die Wupper in Wuppertal während der Trockenperioden nur etwa die Hälfte bis zwei Drittel dieser Wasserführung haben. „Außerdem würde sie unterhalb der Kläranlagen zu einem Großteil aus dem von dort eingeleiteten gereinigten Abwasser bestehen“, so der Verband. „Das Talsperrenwasser sorgt also auch für eine Durchmischung. Dies ist ein wichtiger Baustein für die Wasserqualität und somit die Ökologie im Fluss. Auch für weitere Nutzungen, zum Beispiel genehmigte Wasserentnahmen oder Kühlwassereinleitungen, ist die Mindestwasserführung wichtig.“

(gut)