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Gasthaus Zur Kutsche in Leichlingen feiert 50. Geburtstag

Traditionsgasthaus : „Zur Kutsche“ feiert Geburtstagsparty

Nicolai Esser und Dominic Spranger haben das Traditionshaus übernommen und ihm neues Leben eingehaucht. Am Freitag wird gefeiert.

Die „Kutsche“ ist Kult und hat Tradition. Beides lebt fort, seit Nicolai Esser (29), Koch aus Leichlingen, und sein Freund Dominic Spranger (27), Mediengestalter aus Wuppertal, den Betrieb vor fast zwei Jahren übernommen und damit zugleich vor dem Abriss bewahrt haben. In dieser Woche wird das 50-jährige Bestehen gefeiert.

Gäste kommen eigens von weit her, um das „Restaurant Zur Kutsche“ im historischen Fachwerkhaus am Eingang der Ortschaft Balken zu besuchen. Wer nicht reserviert hat, muss schon Glück haben, um überhaupt noch einen freien von 60 Plätzen im Restaurant oder 70 Plätzen auf der Terrasse zu bekommen.

Es sind vor allem die gute alte bergische Wirtshaus-Tradition, angenehme Atmosphäre und freundliche Bedienung, die Jung und Alt neben Speisen und Getränken in die urige Location locken. Steaks - vom Chef selbst zubereitet – oder Hausmannskost wie die „Kutscherpfanne“ gelten neben Burgern als Spezialität. Das Menü wird gerne abgerundet mit einem Kutschenbier, das speziell für die Gastgeber im Lohnbrauverfahren produziert wird.

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Schon viele Jahre bevor Esser die Kutsche übernahm, hat er dort gearbeitet. „Mit 17 habe ich als Tellerwäscher geholfen, mit 18 meine Ausbildung als Koch begonnen“, schildert er. Schon damals habe ihm sein ehemaliger Chef Friedhelm Hausmann stets prophezeit, dass er das Geschäft einmal fortführen werde. Dass es genauso gekommen ist, hat er nie bereut. Esser: „Im Gegenteil würde ich es jederzeit wieder tun.“ Übrigens auch sehr zur Freude des Leichlinger Hausbesitzers, der als Kleinkind mit seinen Eltern im Obergeschoss des 300 Jahre alten Hauses wohnte. Die Kneipe, die dessen Mutter im Erdgeschoss betrieb, hieß „Zum Murbachtal“.

Nachdem Hausmann das Geschäft aufgegeben hatte, musste Esser erstmal gründlich sanieren. Innerhalb von zwei Monaten wurden rund 20 Kubikmeter Müll entsorgt, alte Stühle geschliffen und neu gepolstert, Balken abgewaschen, Decken gestrichen, Toiletten erneuert, alter Teppichboden durch Holzlaminat ersetzt, ein Zentralheizungssystem installiert und das Dach neu gedeckt. Demnächst wird auch noch die Theke renoviert.

Was vom Vorbesitzer übrigblieb, sind lediglich der Name, die alten Lampen, ein alter Holzofen und die offene Küche. Diese ist so besonders und nach Informationen von Esser einmalig in Deutschland, weil sie heutzutage nicht mehr erlaubt wäre. Nur dem Bestandsschutz ist es zu verdanken, dass Esser weiterhin an seinem Arbeitsplatz agieren darf. Daneben kümmert er sich für Einkauf und was sonst noch alles anfällt. Nahezu zwölf Stunden täglich ist er beschäftigt. Und doch sagt er: „Die Kutsche ist für mich keine Arbeit, sondern Berufung, in der mein ganzes Herzblut steckt.“