Leichlingen: Fußball spielen mit zwei Ex-Profis

Leichlingen: Fußball spielen mit zwei Ex-Profis

Michael Klinkert und Marcel Witeczek haben gestern mit Schülern der katholischen Grundschule Kirchstraße Sport gemacht. Ihr Besuch ist Teil der "Grundschul-Tour", eine Aktion von der AOK und Borussia Mönchengladbach.

"Habt ihr Lust?" - "Jaaaaaa!" Marcel Witeczek hatte gestern leichtes Spiel, die Jungen und Mädchen der 3a an der katholischen Grundschule Kirchstraße zum Mitmachen zu motivieren. Er war an diesem Vormittag gemeinsam mit Michael Klinkert angereist, um den Kindern Lust auf Sport zu machen.

Und wer wäre dazu besser geeignet als die beiden ehemaligen Fußballprofis: Klinkert hat in früheren Jahren beim FC Schalke 04 und bei Borussia Mönchengladbach Tore geschossen, Marcel Witeczek war lange beim FC Bayern München und gehörte früher ebenfalls zur Fohlenelf. Jetzt touren sie für die AOK Rheinland und deren Partner Borussia Mönchengladbach durch die Region und werben für sportliches Engagement.

Seit März und noch bis Anfang Juli läuft die Borussia-Grundschultour für Kinder des dritten und vierten Schuljahrs. Als Stefan Mages (AOK) die Grundschule Kirchstraße vor einiger Zeit auf das Angebot ansprach, war Schulleiterin Gabriele Berger begeistert: "Wir haben uns direkt beworben", erzählte sie. Für den gestrigen Vormittag hatte sie sich extra ein Borussia-Trikot besorgt. "Ich bin schließlich in Mönchengladbach geboren und finde das eine tolle Sache", erzählte sie.

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Den Schülern ging's offenbar ganz ähnlich. Mit einer ganzen Schulstunde mit Geschicklichkeitsspielen, Fußballmatch und Torschusstraining inklusive Geschwindigkeitsmessung den Schulvormittag zu versüßen, gefiel den meisten. So auch Jana und Tim: "Ich bin froh, dass wir beim Spiel nicht verloren haben. Das gefällt mir gut hier", sagte Tim zufrieden. Er macht normalerweise Leichtathletik, spielt Fußball immer auf dem Schulhof, würde aber gerne einmal bei Bayer 04 Leverkusen trainieren.

Jana hingegen ist ein guter Beweis, dass Fußball durchaus nicht nur etwas für Jungs ist. Zwar ist ihr Hobby normalerweise das Tanzen, aber daheim spielt sie immer mit ihrem großen Bruder Fußball. Sportlehrer Alin Gutoiu hat die Kinder auf die kleine Trainingseinheit gut vorbereitet: "Wir machen immer einen Monat lang eine Sportart, Fußball hatten wir auch schon", erzählte er. Ihm gehe es dabei neben den sportlichen Grundlagen vor allem darum, Fairness und Teamgeist zu vermitteln. "Die Lehrer müssen mit einem abwechslungsreichen Angebot Appetit auf Sport machen", beschrieb er seine Aufgabe.

Das sieht auch Michael Klinkert so: "In diesem Alter sind die Kinder noch in vielen Vereinen. Aber das Angebot ist heutzutage sehr groß, viele "hoppen" deshalb von einer Sportart zur nächsten. Wenn sie dann älter werden, nimmt das Interesse am Sport allerdings eher ab. Dann spielen sie statt Fußball auf der Straße lieber Fifa auf dem Computer. Sport aber sollte immer im Fokus bleiben."

(RP)