Franz Jung ist Motorradlärmbeauftragter der Stadt Leichlingen

Resolution geplant : Franz Jung ist Motorradlärmbeauftragter

Eine Resolution gegen Motorradlärm wird mit zahlreichen Nachbarkommunen bis in die Eifel hinein in nächster Zeit vorbereitet.

Die Stadt hat sanfte Hügel, die Stadt hat viele kurvige Straßen. Auch deshalb brechen von hier aus etliche Motorradfahrer vor allem am Wochenende mit ihren Zweirädern ins Bergische Land auf. Für die Anwohner besonders beliebter Strecken aber bringt das oftmals vor allem eines mit sich: Lärm. Und der – das zeigen wissenschaftliche Untersuchungen – kann krank machen. Darum hat die Stadt mit Franz Jung ab sofort einen ehrenamtlichen Motorradlärmbeauftragten. Der Witzheldener soll mit Mitbürgern und anderen Kommunen eine Resolution an das NRW-Verkehrsministerium vorbereiten, damit sich das Land um das Lärmproblem kümmert. Voraussetzung dafür aber sind belastbare Daten und Angaben, wo der Lärm am schlimmsten ist.

Deshalb will Jung nun Meinungen und Stimmen aus der Leichlinger Bevölkerung sammeln, auf welchen örtlichen Straßen und in welchen Bereichen die Belastung besonders hoch erscheint. „Mit diesen Menschen möchte ich dann eine Arbeitsgruppe ,Gegen Motoren-Motorradlärm’ bilden“, sagt der Ehrenamtler. Die Gruppe werde sich bemühen, zusammen mit Nachbarkommunen die Resolution zu erarbeiten.

Bundesweit gebe es eine wachsende Zahl betroffener Städte, die sich mit dem Thema befasse. Ziel sei es, 50 bis 100 Gemeinden zu bewegen, sich an dem Forderungskatalog zu beteiligen. Zehn Punkte soll die Resolution umfassen, darunter die „Einführung einer absoluten Schall­obergrenze sowohl für Standgeräusche als auch für Fahrgeräusche von Motorrädern“, die „Einführung von Frontkennzeichen für Motorräder“ und die „Einführung von Sanktionen mit tatsächlich abschreckender Wirkung bei Immissions- und Geschwindigkeitsverstößen“. „Der Gesetzgeber soll für weniger Lärm sorgen“, fasst Jung zusammen.

Da die Stadt Leichlingen nicht über die notwendigen finanziellen Mittel verfügt, um mit eigenen Mitarbeitern und der entsprechenden Technik die für die Resolution notwendigen Schallmessungen durchzuführen, springt Jung ehrenamtlich ein, die Ausrüstung und das geschulte Personal kann er sich bei der Stadt Wermelskirchen „ausleihen“. In der dortigen Arbeitsgruppe sind neben der Kreispolizei unter anderem auch einzelne Motorradfahrer und der Bund deutscher Motorradfahrer vertreten, die sich gegen den Lärm engagieren.

„Die meisten Motorradfahrer fahren völlig normal. 15 bis 18 Prozent der Maschinen aber sind umgebaut, nicht ordnungsgemäß und machen den übermäßigen Lärm. Diese schwarzen Schafe wollen wir aus dem Verkehr ziehen“, erläutert Franz Jung den Ansatz der gemeinsamen Arbeit.

Mehr von RP ONLINE