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Forellenteiche: Michael Abraham über Wiederaufbau nach Unwetter in Leichlingen

Wiederaufbau nach Unwetter : „Alle haben geholfen und mit angepackt“

2018 zerstörte eine Schlammlawine die Forellenteiche von Michael und Karola Abraham – 600 Fische starben. Doch es gab auch Hoffnung.

Den 10. Juni 2018 wird Michael Abraham wohl nie vergessen, wie so viele andere Leichlinger auch. Damals wütete ein Unwetter samt Starkregen im Bergischen Land, aus Bächen wurden reißende Flüsse und Schlammlawinen wälzten sich die Hügel hinab und durch Leichlingen. Die ganze Stadt war noch Tage später im Ausnahmezustand, manche Schäden sind selbst heute noch nicht behoben.

Michael Abraham und seine Frau Karola bekamen davon erst einmal gar nichts mit, sie waren im Urlaub in den USA. Durch einen Freund erfuhren sie, dass ihre Forellenteiche unterhalb von Bremersheide von Schlamm, Geröll und Bäumen zerstört worden waren. „Der Freund hat versucht zu retten, was zu retten war. Aber da war nichts mehr“, erinnert sich Michael Abraham. 500 bis 600 seiner Forellen sind damals gestorben. Ganze Bäume waren damals den Hügel hinter den Forellteichen heruntergekommen und hatten erhebliche Schäden verursacht. Der Schlamm hatte alles unter sich begraben.

Doch so schlimm dieses Ereignis auch war, was darauf folgte, war umso positiver. „Es haben einfach alle geholfen, die Feuerwehr hat Unglaubliches geleistet“, sagt Abraham zehn Monate später. Am Freitag hatte er gemeinsam mit Bürgermeister Frank Steffes zu seinen Forellenteichen eingeladen, um zu zeigen, was sich inzwischen getan hat und um auf die enorme Hilfsbereitschaft der Leichlinger aufmerksam zu machen. „Freunde, Familie, Nachbarn, Feuerwehr, Wupperverband und viele Passanten, die einfach so vorbeigekommen sind – alle haben geholfen und mit angepackt“, betont Abraham.

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Das bestätigt auch Frank Steffes. „Bei uns ist praktisch das ganze Wasser aus dem Bergischen Land angekommen, das war einfach unwahrscheinlich. Aber was die Feuerwehr in den Tagen und Wochen darauf geleistet hat, war enorm.“

Im Anschluss an das Unglück mussten Michael und Karola Abraham praktisch von vorne anfangen. Nicht nur die enormen Kosten, laut Abraham im höheren fünfstelligen Bereich, stellten das Ehepaar vor Herausforderungen. Auch die Aufräumarbeiten gingen an die Nerven. „Die Fische sind zum einen weggespült worden, zum anderen waren sie im Schlamm begraben. Das war ein unbeschreiblicher Gestank.“

Davon ist heute nur noch wenig zu erkennen. Das Gelände ist sauber und aufgeräumt, der kleine Bach plätschert wieder ruhig in seinem Bett, die sechs Teiche sind sauber, der Betrieb läuft. In zwei Teichen schwimmen aktuell wieder rund 1300 Forellen. „Wir haben uns wieder erholt“, sagt Abraham.