Leichlingen: Firma "Mistkäfer" bekämpft Hundekot

Leichlingen: Firma "Mistkäfer" bekämpft Hundekot

Ein Mikrobiologe und Firmengründer aus der Nachbarstadt Burscheid bietet den Gemeinden jetzt seinen Service an, um dem Problem der wilden Hundehaufen Herr zu werden. Von der DNA-Datei bis zur Beseitigung der "Tretminen".

Hundehaufen und die Frage, wie man dem Problem in Leichlingen Herr werden kann, beschäftigt Bürger und neuerdings auch einen Jungunternehmer. Dr. Andreas Wende aus Burscheid hat jetzt gemeinsam mit seiner Frau Marcella die Firma "Mistkäfer" gegründet. Der Molekularbiologe bietet den Städten ein Servicepaket mit Anlage einer Datenbank der Hunde-DNA, Beseitigung und Identifikation von Hundehaufen über die Datenbank an. Erste Fühler nach Leichlingen hat er über Franz Jung von der BWL bereits ausgestreckt. In Kürze will er seine Dienste auch dem Leichlinger Bürgermeister, wie auch allen anderen Stadtoberhäuptern in der Region, vorstellen und anbieten.

"Wir sind selbst betroffen, vor unserem Haus gibt es auch eine Hundemeile mit den entsprechenden Haufen", berichtet Wende. Er wisse zwar, dass auch in Leichlingen einer möglichen Einführung eines DNA-Tests für Hundehaufen entgegengehalten werde, es gebe dafür keine rechtliche Grundlage. "Ich bin zwar kein Jurist, aber andere Städte praktizieren diese Methode doch bereits. Und es müsste doch reichen, lediglich seine städtische Hundesatzung entsprechend zu ändern", meint Wende.

Andererseits werde auch oft argumentiert, die Ordnungsämter hätten nicht genügend Mitarbeiter, um auch "Hundepolizei" zu spielen. Deshalb bietet Wendes "Mistkäfer" unterschiedliche Servicepakete an, wobei die Städte selbst wählen sollen, ob sie das komplette Vorgehen gegen "wildes Köteln" der Firma übertragen, oder in Teilbereichen mit der Verwaltung tätig werden. Der Jungunternehmer ist nun gespannt, ob seine ungewöhnliche Geschäftsidee einen Markt findet.

  • Leichlingen : RP-Leser diskutieren mit

In Leichlingen gibt es aber auch Stimmen, die sich gegen die Hundehaufen-Debatte wehren, so zum Beispiel Brigitte Neumann. Sie sagt: "Es gibt leider wie in allen Lebensbereichen immer wieder schwarze Schafe. Auch ich als Hundebesitzerin ärgere mich maßlos über nicht entsorgte Hundehaufen. Aber ich denke, dass von den wenigen Unverbesserlichen nicht die Hauptzahl der ordentlichen Hundebesitzer so in den Hundedreck gezogen werden sollten", plädiert sie und fragt, wo denn das Ordnungsamt sei? Denn es gebe noch andere Probleme für dieses Amt in Leichlingen zu lösen, wie zerschlagene Flaschen, stehengelassene Grills, Müll und Essensreste nach den Wochenenden am Schloss Eicherhof oder auf der Wupperwiese. Dort seien es übrigens die Hundehalter gewesen, die teilweise für Ordnung gesorgt hätten, betont Brigitte Neumann.

Eine andere Erfahrung schildert die Leichlingerin Regine Evertz: Bei der jüngsten Kunst- und Klangmeile mit der Aktion im alten Stadtpark habe die Leichlinger Künstlergruppe "unsere ART" morgens beim Aufbau mehr als 40 Hundehaufen wegräumen müssen. "Es war widerlich!", sagt Regine Evertz.

Und ein Online-Leser schreibt in seinem Kommentar zu unserer bisherigen Berichterstattung, er halte die Einführung einer DNA-Analyse für Hundehaufen für sinnvoll. Er selbst sei Hundebesitzer und sammle die Haufen immer brav ein. Auch er wehrt sich aber gegen eine generelle Stigmatisierung von Hundehaltern und weist ebenso wie Brigitte Neumann auf die Zustände am Eicherhof hin und fragt spöttisch: "Was hält das Ordnungsamt davon, die Jugendlichen rund um den Eicherhof abends mal zu kontrollieren und auch eine DNA zu verlangen?"

(RP)