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Leichlingen: Feuerwehr kämpft um ihre Existenz

Leichlingen : Feuerwehr kämpft um ihre Existenz

Um ihre Freiwilligkeit zu behalten, müsste die Feuerwehr Leichlingen 180 Kräfte haben. Sie hat aktuell aber nur 143 Männer und Frauen. Die Bezirksregierung erteilt eine Ausnahmegenehmigung, solange die Hilfsfristen stimmen.

Die Freiwillige Feuerwehr Leichlingen muss sich mehr denn je um Nachwuchs bemühen, denn mit aktuell 143 Kräften liegt sie weit unter der Zielvorgabe der Bezirksregierung. Die fordert 180 Kräfte, wenn die Stadt denn ihre freiwillige Wehr erhalten und nicht durch eine hauptamtliche ersetzen will und muss: Feuerwehrchef Ronald Hillbrenner legte dem Stadtrat zwar diese wenig erfreulichen Zahlen vor, konnte aber trotzdem Entwarnung geben. Die Bezirksregierung habe ihre Sondergenehmigung für Leichlingen sozusagen verlängert.

Voraussetzung dafür sind die Einhaltung der vorgeschriebenen Einsatzzeiten und die technische Ausrüstung der Wehr. "Wir arbeiten an einem eigenen Werbekonzept", kündigte Hillbrenner für die Nachwuchsakquise an. Auch stellten die Arbeitgeber in der Region zwar weiterhin die beschäftigten Feuerwehrleute für ihre Einsätze frei. Problematisch seien aber weniger die Ausfallzeiten: "Unsere Feuerwehrleute sind auch durchweg qualifizierte Arbeitskräfte. Und wenn die ausfallen, dann bleiben die Aufträge liegen", gibt Hillbrenner die Klagen der Firmeninhaber weiter.

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Die Jugendfeuerwehr sei auf einem guten Stand mit 56 Mitgliedern. Aber selbst, wenn der Nachwuchs mit 18 Jahren in die Erwachsenenfeuerwehr wechsle, so verlören mit 21 Jahren viele wieder die Lust oder die Möglichkeit, dort zu bleiben. Studium und Beruf, nannte Hillbrenner als Gründe. Umso erfreulicher sei es, dass vier ehemalige Jugendfeuerwehrleute jetzt nach ihrer Berufsausbildung in die Erwachsenenwehr zurückgekehrt und hoch motiviert mit dabei seien.

Die Bezirksregierung kontrolliere streng die Einsatzzeiten, wonach acht Minuten nach der Alarmierung mindestens die ersten neun Kräfte vor Ort sein müssten (Hilfsfrist 1). Und nach weiteren fünf Minuten müssten die nächsten zehn Kräfte eingetroffen sein (Hilfsfrist 2). "Die Einhaltung dieser Hilfsfristen ist die Grundlage für unsere Ausnahmegenehmigung für die freiwillige Wehr", verdeutlichte Hillbrenner und verschwieg nicht: "Die Bezirksregierung ist besorgt, weil bei uns die Zahl von 150 Kräften unterschritten worden ist." Der Kreisbrandmeister sehe aber für Leichlingen vorerst keinen Handlungsbedarf: "Wir müssen aber ein wachsames Auge darauf haben, dass es so bleibt", betonte der Feuerwehrchef.

Deshalb sei es auch so wichtig, mit Hilfe der Stadt die technische Ausrüstung auf einem guten Stand zu halten. Das Sorgenkind sei das am meisten gebrauchte Löschfahrzeug 16 beim Löschzug I (Stadt), und auch die Drehleiter sei in die Jahre gekommen.

Auf den Prüfauftrag der CDU, die Feuerwache zu kommunalisieren und mit einer Rettungswache zu koppeln, sagte Hillbrenner, er stehe einer solchen Frage zunächst einmal leidenschaftslos gegenüber. Man müsse sich aber darüber im Klaren sein, dass "derjenige, der im Rettungsdienst aktiv ist, nicht zeitgleich Aufgaben in der Feuerwehr übernehmen kann."

Stadtkämmerer Horst Wende und Bürgermeister Frank Steffes warnten aber vor einer Übernahme der Kommune von Feuer- und Rettungswache, für die ein Raumbedarf von fast 240 Quadratmetern zu schaffen und zu finanzieren wären. Einen Architektenentwurf gibt es dazu. Außerdem müssten neun Planstellen geschaffen werden, um einen 24-Stunden-Rettungswagen zu unterhalten. "Aus Sicht der Finanzen kann ich nur sagen, dass wir die Finger davon lassen sollten", meint Wende und machte deutlich: "Solange der Kreis keine komplette Rekommunalisierung der Rettungswache betreibt, wird das für uns immer ein Minusgeschäft bleiben."

(RP)