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Leichlingen: Europas Vielfalt jetzt im Sinneswald vereint

Leichlingen : Europas Vielfalt jetzt im Sinneswald vereint

Beklemmend und belustigend zugleich präsentiert sich ab Samstag die Europa-Ausstellung der Leichlinger Künstlergruppe "Unsere Art" im Sinneswald.

In Malerei, Bildhauerei und Lyrik stellen 14 Mitglieder der Gruppe ihr Bild von Europa, ihre Vision, aber auch ihre Kritik an den Zuständen im Nationenverbund dar. "Europa=Vielfalt", steht über der meisterhaft von Michael Völker vom städtischen Kulturamt arrangierten Ausstellung. Er hat die Gemälde an Magneten weit vor die Wände der alten Spinnerei gehängt, so dass sie geradezu im Raume schweben. Besonders gut gelungen ist Völker der Spagat, die stilistisch und thematisch so divergenten Werke dennoch in der Abfolge in einen gewissen Einklang zu bringen.

Denn so wie die Länder und Menschen, die zu Europa gehören, so vielfältig sind auch die Darstellungen in dieser Ausstellung. Eine beeindruckende Apokalypse ist Ellen Blank-Hasselwander mit ihrem Mischtechnik-Gemälde "Lampedusa" gelungen. Dem Hoffen auf Rettung, das viele Flüchtlinge mit dem Leben bezahlen, dem Ertrinken kurz vor dem Ziel gibt ihr Gemälde die um Hilfe flehenden Gesichter. Das Thema Flüchtlinge, die ihre Hoffnung auf Europa setzen, beschäftigt auch Claudia Schreiber in ihrem Acrylgemälde "Europa=Hoffnung auf ein besseres Leben", das sie in düstere Farben und mit sparsamer, ausdrucksstarker Formensprache gestaltet hat.

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Für Peter Berth fängt Europa mit dem Kölner Dom bei Tag und bei Nacht an, ganz so, wie auch die Touristen aus aller Herren Länder dieses Wahrzeichen ansteuern. Bei Berth ist's aber ein besonderer Dom, den er ebenso wie seine "europäischen Zwillinge" mit einer ausgeklügelten und für seine Werke typischen Oberfläche auf die Leinwände bannt. Finnland ist für Dieter Hönicke der Beitrag zu Europa. Sein hochformatiges Arcylgemälde von Birkenstämmen hat Völker sinnigerweise auf dicke Äste postiert. Dass Europa auch Zirkus im Sinne von einem bunten Durcheinander und Verwicklungen bedeutet, scheint Ilona Butz mit ihrer Europa-Maskerade in Öl auf Leinwand auszudrücken. Auch Pflanzen und Vögel, Akte mischen sich in die bunte Palette der Schau, wobei die einen sehr eng am Thema bleiben, andere völlig abschweifen.

Auch Anspielungsreiches gibt es zu betrachten und zu belächeln - etwa Winfried Gilles "Vollgas Europe"-Eisen- und Edelstahl-Figur. Ein Überflieger der europäischen Idee mag hier dargestellt sein. "Gegen den Strom" lässt Gille weitere Bildhauerwerke "schwimmen" und vor allem angehen. Auch diese Arbeiten ziehen den Blick nicht zuletzt durch ihre gelungene Präsentation an. In das alte Gemäuer der Spinnerei scheinen sie wie eingewachsen, scheinen wie geschaffen für diesen Ort.

(RP)