Entscheidung über Hallenbad in Leichlingen erwartet

Kosten von rund zwölf Millionen Euro : Rat berät über neues Hallenbad-Paket

Die LBB hatte sich wohl schon im Oktober 2018 dagegen entschieden, die Therapiepraxis in den Neubau umzusiedeln – und weiter verhandelt.

Angekündigt hat es der LBB-Aufsichtsratsvorsitzende Uwe Bräutigam als neues Paket für den Hallenbad-Neubau, das im Aufsichtsrat mit fraktionsübergreifender Einigkeit geschnürt worden sei. Ob der Rat tatsächlich dem Vorschlag der Leichlinger Bäder- und Beteiligungsgesellschaft LBB folgt, wird nach mehr als zweijähriger Diskussion mit Spannung erwartet.

Geplant ist im Hallenbadneubau nun ein Sportschwimmerbecken mit fünf 25-Meter-Bahnen ohne Sprung-
anlage, dafür mit Hubboden über die halbe Fläche. Einen Hubboden bekommt auch das 100-Quadratmeter-Nicht-Schwimmerbecken. Für Kleinkinder ist ein Planschbecken mit rund 60 Quadratmetern und unterschiedlichen Wassertiefen und Kleinkind-Rutsche vorgesehen. Außerdem sind Zusatzangebote wie zwei (kostenpflichtige) Textilsaunen, eine Ruhezone und ein außenliegendes Kneippbecken geplant. Personalräume sowie ein Verwaltungsbereich mit Büros und ein Besprechungs- und Multifunktionsraum für 20 Personen sind konzipiert.

Nach heutigem Stand geht die LBB von einem maximalen Investitionsvolumen von rund 12 Millionen Euro aus. Weitere Kosten von bis zu 150.000 Euro würden entstehen, müssten die Räume der Physiotherapiepraxis „Therapieburg“ am Hallenbad, die noch einen Mietvertrag bis 2035 hat, nach Schließung des Altbaus technisch abgekoppelt werden. In früheren Planungen sollte die Praxis mit in den Neubau umsiedeln. In seinem Beschluss zum Badneubau im März 2018 hatte der Rat zudem noch vorgesehen, das alte Hallenbad-Areal zu verkaufen, so dass dort Wohnungen errichtet werden könnten. Auch gab es Überlegungen, einen Rathaus-Neubau dorthin umzusiedeln.

Beide Ideen liegen mit den neuen Planungen ad acta. Wie in den Protokollen des LBB-Aufsichtsrat nachzulesen, hatte dieser bereits im Oktober 2018 entschieden, „den Baustein Physiotherapie in der weiteren Planung des Hallenbad-Neubaus“ nicht weiter zu berücksichtigen. Eine Einigung über eine nahezu verdoppelte Miete für die Praxisräume im Neubau oder die Höhe der Abfindung für einen vorzeitigen Ausstieg aus dem Mietvertrag konnte die LBB mit Therapieburg-Besitzer Lars Burgwinkel weder bis dahin noch bei späteren Gesprächen erzielen.

Dass die Praxisräume im Neubau schon längst nicht mehr eingeplant waren, darüber informierte die LBB den Mieter indes erst im März 2019, etlichen Ratsmitgliedern war das zu diesem Zeitpunkt offenbar ebenfalls nicht klar. In der heutigen Ratsvorlage heißt es, dass der Mietpreis, der bei Betrachtung des Deckungsbeitrages zugrunde gelegt wurde, eine Refinanzierung der Investitionskosten von rund zwei Millionen Euro über 30 Jahre nur bei erheblicher Anhebung gegenüber dem aktuell vertraglich vereinbarten Mietpreis ermögliche. Es sei aus betriebswirtschaftlicher Sicht fraglich, bei dem Investitionsvolumen eine Physiotherapie mit einzubinden.

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