Leichlingen: Ende der Gehrke-Ruine noch 2010?

Leichlingen: Ende der Gehrke-Ruine noch 2010?

Der Abriss des Altenheimes am Hüschelrath wird endlich konkret. Eine Langenfelder Firma soll auf dem Areal ein Neubaugebiet mit einer überschaubaren Zahl von Häusern und Grundstücken planen. Unterdessen hat sich das Gelände zum gefährlichen Abenteuerspielplatz entwickelt.

Für Eberhard Zodrow ist es "eine Schande für Leichlingen". Gemeint ist der Anblick des seit mehr als vier Jahren leerstehenden ehemaligen Altenheims Gehrke-Haus am Hüschelrath, der nicht nur dem RP-Leser ein Dorn im Auge ist. Tatsächlich ist die Ruine in einem schlimmen Zustand, hervorgerufen durch Vandalen, die offenbar regelmäßig an dem Gebäude ihr Mütchen kühlen. Graffiti-Schmierereien und Zerstörungen sind an dem Haus allgegenwärtig.

Verkaufsgespräche weit gediehen

Jetzt freilich gibt es (wieder) konkrete Anhaltspunkte für ein absehbares Ende der unerfreulichen Situation. Denn der langersehnte passende Bauträger, der das Gelände im Besitz der Evangelischen Kirche kauft und so vermarktet, dass Stadtverwaltung, Politik, Anwohner und Kirche bzw. der Verein Evangelisches Altenheim Gehrke-Haus damit leben können, scheint endlich gefunden — in der Langenfelder Firma Rotterdam. Allerdings: Auch 2008 hatte die Kirche einen ernsthaften Investor an der Hand gehabt. Ein Vertrag mit dem Bayreuther Unternehmen Zapf war dann aber doch nicht zustande gekommen.

Diesmal sollen sich die Dinge günstiger entwickeln. "Die Verkaufsgespräche und der Notarvertrag stehen kurz vor dem Abschluss", sagte Stanislaus Stegemann, Vorstandsvertreter des Vereins Evangelisches Altenheim Gehrke-Haus, gestern auf Anfrage unserer Zeitung. Rotterdam plane — nach dem Abbruch des alten Seniorenheims — "ein verträgliches Baugebiet mit sehr aufgelockerter Bauweise", berichtete Stegemann.

Es gehe um rund 15 frei verkäufliche Grundstücke. Das dürfte die Anwohner im Bereich Hüschelrath/Johannisberg/Landrat-Trimborn-Straße etwas beruhigen, war doch anfangs von etwa doppelt so vielen Grundstücken bzw. Häusern die Rede gewesen. Kritische Stimmen (es hatten sich zwei Bürgerinitiativen gegründet) hatten deshalb u.a. vor einer zu hohen Verkehrsbelastung gewarnt. Auch zu einer möglichen Anbindung der Landrat-Trimborn-Straße an die Bussardstraße zwecks Erschließung des Neubaugebietes waren heftige Diskussionen aufgekommen.

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Stegemann berichtete gestern, dass Stadt und Stadtentwicklungsgesellschaft Leichlingen (SEL) das Vorhaben der Firma Rotterdam unterstützten. Er hoffe, dass bis Ende 2010 ein rechtsgültiger Bebauungsplan vorliege — vielleicht sogar früher.

Gefahr durch Glasscherben

Ein akutes Problem ist die zuverlässige Absperrung des Geländes. Der Bauzaun, der das Gehrke-Haus umgibt, stellt für Eindringlinge kein Hindernis dar, weil er lückenhaft ist. Rund ums Haus aber besteht inzwischen hohe Verletzungsgefahr — besonders durch Glas. Viele Fensterscheiben sind von Randalierern zertrümmert worden, große Scherben und Splitter stecken aber noch in den Rahmen und ragen spitz und scharfkantig hervor.

Eine Patentlösung für die Sicherung des Gehrke-Hauses hat Stanislaus Stegemann nicht. Die Polizei fahre regelmäßig Streife und habe auch schon Vandalen dingfest machen können, erzählte er. Die Türen seien — teils mit Spanplatten — verriegelt worden. Doch um alle Risiken auszuschließen, bräuchte man wohl einen Hochsicherheitszaun, glaubt Stegemann.

(RP)