Ela Schneider und Werner Pusch stellen in Leichlingen aus

Ausstellung im Wupper-Garten : „Kunst und Garten“ – Rundgang mit überraschenden Einsichten

Der Schrecken war groß, als Heiderose Birkenstock-Kotalle im vergangenen Herbst zusehen konnte, wie sich eine riesige Weide zur Seite neigte und unter lautem Getöse umkippte. Zum Glück Richtung Wupper, an die ihr wundervoll gelegenes Grundstück grenzt.

Inzwischen sind alle Spuren beseitigt, der ehemalige Standplatz mit Wildblumen eingesät.

Nur drei Sitzgelegenheiten sind als Erinnerung an den Baum geblieben. Denn des einen Leid ist bekanntlich des anderen Freud, in diesem Fall konnte sich die Bildhauerin Ela Schneider freuen, die ohnehin eine Einladung für das jährliche Sommervergnügen „Kunst und Garten 2019“ hatte, zusammen mit dem Fotografen Werner Pusch.

Vor Ort hat Ela Schneider aus drei Stücken des entwurzelten Stamms organisch geformte Hocker gesägt und gefeilt. Nur musste sie die sanfte, glatte Oberfläche offen lassen, weil das Holz noch sehr nass ist. „Weiden können unglaublich viel Wasser speichern“, sagt sie beim Rundgang durch den traumhaften Garten mit unzähligen Rosen und vielen anderen Blumen, Büschen und Bäumen. Ein betörender Duft streicht über das Gelände während man sich dort auf die Suche nach der Kunst macht, die sich teils zurückhaltend versteckt, zum Teil aber auch offen und direkt mit der gelenkten Natur in Dialog tritt.

Viele Arbeiten hat Ela Schneider durchbrochen, so dass sich Durchblicke in den Garten oder auf ein bestimmtes Detail ergeben. Mit Ausnahme der Objekte aus Sturmschäden – ein Teil stammt aus dem SinnesWald, wo Tief Friederike eine Kirsche umgelegt hat – bearbeitete die Künstlerin die Oberfläche ihrer Werke so lange, bie sie vollkommen glatt und seidig ist. Danach wird sie mehrfach kräftig eingeölt. Dadurch werden die Holzobjekte nicht nur wind- und wetterfest, sondern Farbe und Maserung werden intensiver. Man möchte sie unbedingt anfassen und mit der Hand über die sanft gerundete Form streichen. „An der Oberfläche arbeite ich nochmal genauso lange wie vorher an der Form“, sagt Ela Schneider.

Während ihre Figuren Durchblicke in den Garten gestatten, muten die Fotoarbeiten von Werner Pusch an wie rechteckige Fenster, die den Besucher in eine andere Welt eintauchen lassen. Oft ist es ein Blick in die Provence, wo manche Landschaftsaufnahme entstand. Allerdings nicht eins zu eins in den Leichlinger Garten eingefügt, sondern stets nach eigenem Willen verändert oder manipuliert.

So hat Werner Pusch die ursprünglichen Bilder verfrendet mit Techniken wie Solarisation und Kanaltausch, Farb-Verschiebungen oder -Tausch am Computer. Seine Infrarotbilder muten so frostig und auch ein wenig surrealistisch an. Zumal Werner Pusch teils Kunstobjekte von Kollegen in das Bild montierte. Durch HD-Druck auf Aluminium sind die Fotos absolut wetterbeständig.

Ab Montag ist der Garten von Heiderose Birkenstock-Kotalla, Unterberger Wiesen 11, für Besucher geöffnet. Bis 30 Juni stellen Werner Pusch (Fotografie) und Ela Schneider (Holzobjekte) aus. Besichtigung nach Vereinbarung unter Telefon 02175 71538.

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