Leichlingen: Einsatzbereit - auch in der Stillen Nacht

Leichlingen: Einsatzbereit - auch in der Stillen Nacht

Seit einem halben Jahr ist Björn Heitmann Chef der Freiwilligen Feuerwehr Leichlingen. Es wird sein erstes Weihnachtsfest als Stadtbrandmeister sein. Und der 38-jährige Witzheldener erinnert sich, dass er während der Feiertage durchaus schon öfters die Festtagstafel mal urplötzlich verlassen musste.

Es müsste eigentlich die Hymne aller Feuerwehrleute sein, was der große österreichische Kabarettist und Schauspieler Helmut Qualtinger einst in einem Lied zum Ausdruck brachte: "Auxoffana r untan Gristbam Waun d Keazzn brenan" (übersetzt: "angesoffen unterm Christbaum, wenn die Kerzen brennen").

Kinnes Lichterbaum setzte den Besuch spektakulär in Szene. Foto: Miserius Uwe

Zumindest beschreibt das Lied eine der klassischen Situationen, in denen das idyllische Weihnachtsfest auf einmal in Rauch und Flammen aufgehen kann. "Echte Kerzen", sagt Björn Heitmann denn auch, "müssen heutzutage, wo es so viele tolle Lichterketten gibt, nun wirklich nicht mehr in den Tannenbaum." Spätestens in diesem Moment muss die Frage erlaubt sein: Was würde Leichlingen wohl ohne Feuerwehr machen? Vor allem, da es sich bei der Truppe, die auf vier Löschzüge verteilt das gesamte Stadtgebiet abdeckt, nicht um eine Berufsfeuerwehr, sondern fast ausschließlich um Ehrenamtler handelt.

Das betont auch der neue Chef, der zwar nicht nervös, aber schon besonders aufmerksam in diesem Jahr Weihnachten feiert. Schließlich kann immer mal etwas sein, das in letzter Konsequenz bedeutet: Messer und Gabel fallen lassen, Geschenk beiseite schieben und ab zum Brandort - diesmal dann als Gesamtverantwortlicher.

Ein paar Mal sei ihm das in der Vergangenheit schon passiert, erzählt Björn Heitmann: Alarm im Pilgerheim Weltersbach, weil ein Adventskranz brannte, oder andere Einsätze - bei denen aber zum Glück nie etwas Dramatisches vorgefallen sei.

Einfach mal Danke sagen für so viel Einsatzbereitschaft der Feuerwehr, das kommt zum Glück in der Leichlinger Bevölkerung immer mal wieder vor. Bedanken wollte sich vor einigen Tagen beispielsweise auch der Leichlinger Künstler und "Eulenvater" Mike Kinne, selbst früher begeisterter Feuerwehrmann.

Er lud die Feuerwehr Leichlingen kurzerhand auf einen Glühwein in sein privates "Eulenstübchen" an der Landrat-Trimborn-Straße ein, von wo aus sich Kinnes gigantischer Lichterbaum wunderbar anschauen lässt. "Eine sehr nette Aktion", befanden die Wehrleute.

Der Nachwuchslöschzug ab zehn Jahre ist mit rund 15 Kindern übrigens bereits bestens bestückt. Für sie lässt sich die Leichlinger Feuerwehr immer wieder jede Menge einfallen. "Wir tun alles dafür, den Kindern die Begeisterung zu erhalten, so dass sie später tatsächlich auch mal aktive Wehrleute werden", sagt Björn Heitmann.

Auf dass die Leichlinger auch in Zukunft friedlich unterm Christbaum feiern können - nur bitte nicht "angesoffen" mit echten Kerzen.

(RP)