Ein Leichlinger wurde wegen Betrugs verurteilt

Mehr als 2000 Euro Schaden : „Chaosleben“ – acht Monate Haft für Betrüger

In einem Zeitraum von rund einem Jahr nimmt ein Kfz-Mechaniker aus Leichlingen 2018 immer wieder Geld von seinen Kunden. Die versprochene Reparatur deren Fahrzeuge bleibt jedoch aus. Es entsteht ein Schaden in Höhe von 2225 Euro.

Nun musste sich der Mann vor dem Amtsgericht für vierfachen Betrug verantworten.

„Das ist so, wie es ist“, sagte der 42-Jährige gleich zu Beginn. Die Vorwürfe räumte er schnell ein. Seine Erklärung: Geldnot. Schließlich sei er zu Anfang des Tatjahres plötzlich alleinerziehender Vater geworden. „Meine Noch-Frau glaubte auf einmal, sie sei wieder 21 und hätte keine Kinder.“ So habe er das Geld zunächst gar nicht in der Absicht genommen, es kurze Zeit später für Nahrung und den privaten Lebensunterhalt auszugeben. Rechtlich, unterrichtete ihn das Gericht, seien die Fälle demnach eine Unterschlagung gewesen – kein Betrug.

Ein geschädigter Mann, der im Saal als Nebenkläger auftrat, konnte den Behauptungen des Angeklagten nichts abgewinnen. Von ihm hatte der Beschuldigte laut Anklageschrift mehrfach Geld für vermeintliche Reparaturen entgegengenommen. Das passe nicht zusammen, führte er an.

In der Tat sah das Gericht das ähnlich. Schließlich sei der 42-Jährige einschlägig vorbestraft. Seit 2004 häuften sich die Betrugsfälle. Und die Taten zeigten eine erstaunliche Übereinstimmung mit denen von 2018. Nach mehreren Bewährungsstrafen verbüßt der Mann momentan eine Haftstrafe von fast zwei Jahren.

„Das Leben vor meiner Inhaftierung war ein Chaosleben“, versuchte sich der Angeklagte zu rechtfertigen. Neben beruflichen Tätigkeiten sei er immer wieder arbeitslos gewesen – und so sei es zu den Taten gekommen. Die Zeit im Gefängnis tue ihm gut, berichtete er weiter. Er beginne, über sich nachzudenken. Gleichwohl sagte der Beschuldigte über seine Zeit in Haft: „Das will ich im Leben nicht noch mal erleben.“ Das habe er seinen Eltern und den beiden Kindern versprechen müssen. Eineinhalb Jahre Haftdauer liegen aktuell noch vor ihm.

Wohl genug Zeit, um sich beruflich neu zu orientieren. Er wolle seinen bestehenden Lkw-Führerschein auf das Steuern von 7,5-Tonnern erweitern. Zudem absolviere er ein Programm, das dabei helfen soll, sich zu beherrschen und seine definierten Ziele erfolgreich zu verfolgen.

Die Staatsanwaltschaft sah trotz der Einlassung den vierfachen Betrug als gegeben. Sie forderte weitere neun Monate Haft. Die Verteidigung bat um Milde. Schließlich verurteilte das Gericht den Mann wegen eines Betrugsdelikts und dreifacher Unterschlagung zu acht Monaten.

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