Leichlingen: Ein Frosch wird Prinz in Leichlingen

Leichlingen: Ein Frosch wird Prinz in Leichlingen

Michael Dembny, Dirk Dohm und Andreas Wegner von der Karnevalsgruppe Förster-Sons-Straße sind die Tollitäten für die kommende Session. Das gab VLK-Präsident Wilhelm Kallert gestern bekannt. Die Gruppe war diesmal als Frösche verkleidet an den tollen Tagen unterwegs.

Leichlingen hat ein Dreigestirn für die Session 2012/13: Die Karnevalsgruppe Förster-Sons-Straße, die schon in diesem Jahr durch ihre sehenswerten Froschkostüme auf sich aufmerksam gemacht hatte, schickt drei Jecken aus ihren Reihen an die Macht: Michael Dembny wird dann zu Prinz Michael II., Dirk Dohm zu Bauer Dirk, und Andreas Wegner soll anmutig die Jungfrau Ussi geben.

"Leichlingen, dat is jeil!"

Sogar ein Motto — vorbehaltlich der Zustimmung der Vereinigung Leichlinger Karneval (VLK) — hat das zukünftige Dreigestirn schon vorgeschlagen: "Leichlingen, dat is jeil!" Wilhelm Kallert, Präsident der VLK, ist jedenfalls zufrieden, so frühzeitig die Weichen für die kommende Session gestellt zu haben: "Jetzt haben die Leichlinger Jecken viel Zeit, sich etwas Tolles für Mottowagen und Fußgruppen im Blütensamstagsumzug und zu den Sitzungen auszudenken."

Doch die gute Nachricht hat auch eine schlechte Seite: Die Tollen Tage sind für dieses Jahr vorbei. Einen dürfte das "freuen", denn jetzt hat er wieder die Macht übers Rathaus: Bürgermeister Ernst Müller.

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Er erhielt am Veilchendienstag hochoffiziell den Schlüssel zu seinen Amtsstuben aus den Händen des Leichlinger Damendreigestirns zurück: Dessen närrische Amtszeit endete zugleich mit der Prämierung der besten Fußgruppen und Mottowagen des Blütensamstagsumzugs (wir berichteten) und mit der traditionellen Nubbelverbrennung. Mit ein wenig Wehmut verabschiedete sich das erste Damendreigestirn der Leichlinger Karnevalsgeschichte von seiner Gefolgschaft: "Ein schönes Erlebnis geht nun vorbei, es war toll", verkündeten die drei unisono.

Es dem Nubbel, Sündenbock im Karneval, so richtig heimzuzahlen, wurde an diesem Abend für die Jecken allerdings zum echten Problem: "Wir haben fast nichts gefunden, was in dieser Session schiefgelaufen ist, so dass wir arge Schwierigkeiten hatten, dem Nubbel etwas vorzuwerfen", sagte Stefan Clemen, Vorsitzender der Karnevalsgesellschaft Blütenstädter, lachend. Überall zeigte man sich zufrieden mit der abgelaufenen Karnevalszeit: "Diese Session war heftig", so Willi Kallert, Präsident der Ehrensenatoren im Festkomitee Leichlinger Karneval. "Das Dreigestirn war sehr rührig, und wir hatten ein hervorragendes Kinderprinzenpaar".

Zwischen 60 und 70 Termine hat Marco I. seit November mit Prinzessin Saskia I. absolviert, beide dabei immer schwer begeistert: "Das Kinderprinzenpaar war einfach super — immer gut drauf und liebenswert", bestätigte auch Prinzenführer Michael Lintz. "Die Menschen haben uns gesagt, so ein tolles Kinderpaar hätten sie noch nicht gesehen".

Am Ende aber haben die Leichlinger Karnevalisten es dem Nubbel doch noch mal gegeben und ihn für alles angeklagt, was in dieser Session schiefgegangen ist: So seien die Orden des Dreigestirns zu spät geliefert worden, der Nubbel habe der Jungfrau Juckpulver ins Ornat gekippt, und der Kinderprinzessin habe er beim Fototermin Nadeln ins Kostüm gesteckt. Schließlich sei der Nubbel Schuld, dass die Jecken nach dem Feiern immer Kopfschmerzen haben. Bei diesen Anschuldigungen blieb "Richter" Frank Steffes nichts anderes übrig, als die Strohpuppe verbrennen zu lassen und so für diese Session alle Schuld zu tilgen.

(RP/rl)
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