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Drogenfund vor der Kita „Regenbogenland“ in Leichlingen

Kita Am Hammer in Leichlingen : Eltern finden Drogen vorm „Regenbogenland“

Auf Außenflächen der Kita feiern Unbekannte regelmäßig Partys. Dass Zigaretten und Bierflaschen liegen blieben, sei verschmerzbar. Nachdem Mütter und Väter nun aber Crystal Meth entdeckten, will die Leitung der Initiative mit Hilfe der Polizei durchgreifen.

Irgendwann reiche es. Dass sehr wahrscheinlich junge Leute sich in Corona-Zeiten treffen und dabei auch das ein oder andere Bier trinken oder eine Zigarette rauchen wollten – alles kein Thema. Auch dass sie auf dem Gelände des Kindergartens „Regenbogenland“ zusammenkämen, finden die Eltern der privat geführten und Am Hammer gelegenen Einrichtung akzeptabel, „schließlich wissen die Jugendlichen ja wegen der Pandemie oft nicht wohin“, sagt Grischa Bischoff, ehrenamtlicher Vorsitzender der Initiative. Aber dass das Partyvolk nun neben Bierflaschen, Zigarettenstummeln und Resten von Joints auch noch harte Drogen liegen lassen würde – und das neben den Sitzbänken der Kinder –, „das geht zu weit und können wir nicht länger hinnehmen“.

Schon seit Monaten würden Eltern ihren Nachwuchs nicht nur zur Einrichtung bringen und ihn wieder abholen. Sie blieben gleich noch, um den Müll vom Wochenende wegzuräumen, den Unbekannte einfach an Ort und Stelle hinterließen. Bereits Anfang des Monats fanden die Mütter und Väter auf dem Grundstück, dessen Zaun „kein Hindernis“ darstelle, kleine Glasflaschen mit „kristallinem Pulver“. Bei diesem handelt es sich laut Polizei um Crystal Meth, eine hochgefährliche Droge, die schnell abhängig macht. „Wenn unsere Kinder die Substanz in die Finger bekommen, besteht ein enormes gesundheitliches Risiko, selbst wenn es sich nur um ein paar Gramm handelt“, sagt Grischa Bischoff. Beim ersten Fund habe es sich um einen Zufall handeln können. Nun, da Eltern die Fläschchen am vergangenen Wochenende aber schon wieder nahe des Bauwagens entdeckten, sei es höchste Zeit zu handeln. „Wir gehen nicht davon aus, dass die Feiernden ihren Stoff mit Absicht vergessen haben“, sagt Kita-Leiterin Rita Vannahme. Das aber ändere am Ende natürlich nichts an der Gefahr für die Kinder.

Die Erzieherin, die seit fast 15 Jahren im „Regenbogenland“ arbeitet, versteht die Denkweise der ungebetenen Partygäste nicht. „Wo bleibt ihr Verantwortungsgefühl?“, fragt sie sich. Vermutlich hätte so mancher Jugendliche doch auch jüngere Geschwister zu Hause, weswegen klar sein sollte, dass viele Mädchen und Jungen im Kindergartenalter ein solches Pulver vielleicht für eine Süßigkeit halten könnten, zum Beispiel glaubten, dass es Traubenzucker sei. „Aber so weit denken die jungen Leute wahrscheinlich nicht.“ Das Szenario aus einem „Tatort“ von 2015, in dem ein Kind auf einem Dortmunder Spielplatz versehentlich eine Überdosis Drogen konsumiert hatte und daran gestorben war, will sich Vannahme gar nicht ausmalen.

Und das Verständnis, dass sich junge Leute treffen und sich vergnügen wollten, sei bei allen Eltern vorhanden. „Wir haben es ja auch schon auf die nette Tour versucht und Briefe geschrieben nach dem Motto: Setzt euch ruhig hierher, aber bitte nehmt anschließend euren Abfall wieder mit“, berichtet Vannahme. Genutzt hätte dies jedoch nichts. So bleibt den zunehmend beunruhigten Eltern und der Leitung des Kindergartens nichts anderes übrig, als drastische Schritte zu gehen – und zwar in Zusammenarbeit mit einem Präventionsteam der Polizei.

„Wir werden bei einem Treffen am kommenden Donnerstag überlegen, welche Maßnahmen am meisten Sinn ergeben“, sagt Grischa Bischoff. In Frage käme zum Beispiel das Überwachen des Geländes mit Kameras oder aber das Einsetzen von Bewegungsmeldern, die eine Beleuchtung der betroffenen Flächen zur Folge haben würden. Damit sich die Jugendlichen gesehen fühlen – und die Partys auf dem Kita-Gelände endlich der Vergangenheit angehören.