Leichlingen: Drogen am Steuer: immer mehr Fälle

Leichlingen : Drogen am Steuer: immer mehr Fälle

Die Zahl der Autofahrer, die in Leichlingen und den anderen Städten des Kreisgebiets unter Drogeneinfluss am Steuer erwischt werden, steigt stetig. Vor allem jüngere sind betroffen. Die Polizei hat mittlerweile ausgereifte Messgeräte.

Verengte oder geweitete Pupillen, auffälliges Verhalten, verzögerte Sprechweise — kaum eine Woche vergeht, in der die Polizei nicht mindestens einen Verkehrsteilnehmer erwischt, der mit seinem Auto durch Leichlingen oder andere Städte des Kreisgebiets kurvt, nachdem er zuvor Drogen konsumiert hatte.

Am vergangenen Wochenende war es wieder mal soweit: Da baute ein 31-jähriger Leichlinger in Burscheid einen Unfall, bei dem er erst falsch in eine Grundstückseinfahrt bog und dann beim Rückwärts-Setzen das Auto einer 21-Jährigen rammte. Die Polizisten unterzogen den Leichlinger einem Drogenschnelltest — und wurden prompt fündig.

Ähnliches Bild am Wochenende zuvor: Da fiel der Polizei bei einer nächtlichen Verkehrskontrolle Am Goldberg in Leichlingen ein 23-jähriger Leverkusener auf. Bei der Überprüfung stieg den Beamten ein besonderer Duft in die Nase — und die Polizisten bemerkten neben dem Alkohol in der Atemluft auch Anzeichen für den Konsum von Drogen bei dem Fahrer.

Zwei Beispiele, die durch viele weitere ergänzt werden könnten: Waren es in früheren Jahren vor allem die Trunkenheitsfahrten, so haben es die Ordnungshüter mittlerweile immer öfter mit Drogen im Straßenverkehr zu tun, wie Peter Raubuch, Sprecher der Kreispolizei, auf Anfrage unserer Zeitung bestätigt: "Die Zahl der Drogenverstöße steigt, die der Alkoholverstöße stagniert — das muss man ganz einfach festhalten." Haschisch, Marihuana, Amphetamine — die Palette der konsumierten Substanzen sei breit.

Mehr als 730 Mal wurde im Jahr 2009 eine Blutprobe angeordnet, heißt es seitens der Polizei. Ergebnis: 363 Fälle von Drogenmissbrauch. 66 Prozent der auffällig gewordenen Drogenkonsumenten hatten Haschisch geraucht, 26 Prozent Amphetamine geschluckt — und in drei Prozent der Fälle wurde sogar Kokain nachgewiesen. 2010 gingen den Beamten dann schon 583 "Drogenfahrer" bei Kontrollen ins Netz. Vor allem jüngere.

Urin- und Speichelproben

Dass sich die Polizei schon lange nicht mehr nur auf "Äußerlichkeiten" verlässt, wenn sie Autofahrer zur Blutprobe schickt, lässt die Chance, unentdeckt davonzukommen, deutlich sinken. "Wir haben Testgeräte im Einsatz, die anhand von Speichel- oder Urinproben schon nach wenigen Minuten anzeigen, ob und wie viel Drogen der Fahrer genommen hat", sagt Raubuch.

Die moderne Messtechnik ist allerdings mit ein Grund, warum sich nicht mit letzter Sicherheit sagen lässt, wie stark der Anstieg der Drogenfälle am Steuer wirklich ist. Früher waren die Kontrollmöglichkeiten eben deutlich beschränkter.

(RP)
Mehr von RP ONLINE