Leichlingen: Diepentalbrand: Sorge um Löschwasser

Leichlingen: Diepentalbrand: Sorge um Löschwasser

Bei dem Brand mit einer Toten im Diepental kommt die Sorge um eine ausreichende Löschwasserversorgung dort und in anderen ländlichen Gebieten bei den Bürgern auf. Die Stadt sagt, der Kreis ist zuständig, der verweist an die Stadt.

Engagierte Leichlinger Bürger sammeln jetzt Spenden für den 23-Jährigen, der seine Mutter, sein Dach über dem Kopf und seine gesamte Habe bei dem Hausbrand in der Nacht auf Freitag im Diepental verloren hat. Das Engagement sei ehrenwert, "aber wofür gibt es das Sozialamt?", fragt jetzt ein RP-Leser an. Vor allem aber beschäftigt die Bürger auch die Frage, ob die Löschwasserversorgung in ländlichen Gebieten wie Diepental ausreichend ist.

Ordnungsamtsleiter Thomas Knabbe betont: "Es hat bei diesem Brand zu keiner Zeit ein Löschwasserproblem gegeben." Es gebe einen Haupthydranten im Diepental, an den die Löschfahrzeuge angeschlossen worden seien. So habe es auch keine Schwierigkeiten gegeben, den Wasserdruck während des gesamten Einsatzes aufrechtzuerhalten, betont Knabbe. Für die Zukunft müsse möglicherweise aber geklärt werden, ob im Rahmen des vorbeugenden Brandschutzes beispielsweise zusätzlich Löschwasserteiche im Diepental gebaut werden müssten. "Das ist aber eine planungsrechtliche Frage des vorbeugenden Brandschutzes. Und dafür ist nicht die Stadt Leichlingen, sondern die Kreisverwaltung zuständig", betont der Ordnungsamtsleiter.

Kreisspressesprecherin Birgit Bär widerspricht Knabbe: Nach § 1,2 des Feuerschutzhilfegesetzes müsse die Gemeinde für eine angemessene Löschwasserversorgung Sorge tragen. Das sei auch in den Brandschutzbedarfsplänen der Städte so verankert, sagt Bär, die außerdem auf die besondere baurechtliche Situation der Holzhäuser im Diepental abzielt, die "wohl nicht alle so ganz legal" entstanden seien.

Doch Stadtsprecherin Ute Gerhards hält den Kreis aber sehr wohl für zuständig. Sie verstehe, dass die Bürger betroffen seien, schließlich sei die Löschwasserversorgung ein sehr wichtiges Thema, sagt Gerhards. Helge Mehrtens, Leiterin des Bauplanungsamtes, sagt momentan nur: "Die Sachlage insbesondere in Diepental ist sehr komplex und wird grundlegend juristisch betreut."

  • Mutter bei Brand gestorben : Leichlinger sammeln Spenden für 23-Jährigen

Wie mittlerweile bekanntgeworden ist, konnte der 23-Jährige den Hausbrand im Diepental nur überleben, weil er in der Schicksalsnacht in einem Anbau geschlafen hatte. Er war durch den Brandgeruch aus dem Haupthaus wach geworden und hatte seine Mutter rufen hören. In das Haus habe er aber nicht mehr gelangen können, weil es bereits komplett in Flammen stand. Den Notruf konnte er mit seinem Handy noch absetzen, bevor er selbst mit Rauchvergiftung ins Krankenhaus gebracht werden musste.

Der junge Mann soll in einem Trauma-Zentrum die Gelegenheit bekommen, das Erlittene zu verarbeiten. Bis dahin ist er nicht alleine, er wird von Leichlingern abgeschottet, bei denen er lebt und gut betreut wird. Gerhards und Knabbe berichten außerdem, dass der Arbeitgeber, bei dem der junge Mann seine Ausbildung macht, das Opfer unterstütze.

Einen neuen Personalausweis habe er sofort bekommen und ihm werde auch bei der Suche nach einer Wohnung geholfen. "Die ehemalige Obdachlosenunterkunft an der Friedensstraße musste zwar für Asylbewerber freigezogen werden, wir greifen aber bei Notfällen jetzt auf das Naturfreundehaus, Hotels oder Appartementhäuser zurück, um Obdachlosigkeit abzuwenden", sagt Knabbe. Über das Sozialamt könne die Stadt auch außergewöhnliche finanzielle Hilfen karitativer Träger in besonderen Notfällen, wie bei dem 23-Jährigen, schnell und unbürokratisch vermitteln, versichert Knabbe.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Leichlingen: Eine Tote nach Brand in Diepental

(RP)
Mehr von RP ONLINE