Die Suche nach neuem Wohnraum in Leichlingen

Flächen sind knapp : Die Suche nach neuem Wohnraum

Das Angebot an Miet- und Eigentumswohnungen ist knapp, die Preise steigen stetig. Langfristige Abhilfe könnte der neue Regionalplan bringen.

Die Immobilienmesse am vergangenen Wochenende hat es erneut gezeigt: Wohnraum in Leichlingen ist knapp, sowohl was Mietwohnungen angeht als auch Eigentumswohnungen oder Häuser. Immer mehr Menschen aus den Metropolen Köln und Düsseldorf müssen ins Umland ausweichen, steigende Mieten und Kaufpreise sind die Folge. Um mehr Wohnungsbau zu ermöglichen und so die Ballungsräume zu entlasten, hat die Bezirksregierung Köln deshalb alle ihr zugehörigen Kommunen aufgefordert, Bereiche für einen möglichen Wohnungsbau zu nennen. Diese könnten dann in den neuen Regionalplan einfließen, der ab Frühjahr 2020 von Bezirksregierung und Regionalrat beraten wird.

„Dass wir eine Fläche vorschlagen, heißt noch lange nicht, dass sie auch bebaut wird“, betont Andrea Murauer, Leiterin Bauen und Wohnen bei der Stadtverwaltung. Vielmehr gehe es darum, sich langfristig eine Option zu sichern. Denn Regionalpläne gelten etwa 15 bis 20 Jahre. Sollte also beispielsweise ein Grundstückseigentümer oder Investor in 15 Jahren auf die Idee kommen, ein Grundstück zu bebauen, dann hätte er die Chance dazu, wenn auch der Stadtrat zustimmt und dazu nötige Flächennutzungs- und Bebauungspläne absegnet. Voraussetzung ist aber immer, dass die Fläche als sogenannter allgemeiner Siedlungsraum im Regionalplan ausgewiesen ist.

Der Aufforderung der Bezirksregierung ist Leichlingen nachgekommen und hat mehrere Flächen vorgeschlagen. Dazu wurden Steckbriefe erstellt, in den die Größe des Grundstücks, Erreichbarkeit, Infrastruktur, aber auch die Eigentumsverhältnisse vermerkt sind. Außerdem folgt eine Einschätzung, für welche Baudichte sich das Grundstück eignen könnte. „Denn klar ist auch, wir können nicht einfach beliebig viele Häuser auf die grüne Wiese stellen, sondern müssen auch die Infrastruktur wie Kitas und Schulen, Straßen und Einkaufsmöglichkeiten vorhalten“, sagt Murauer.

Acht Flächen in unterschiedlicher Größe hat die Stadt vorgeschlagen: Am Tiebestal in Witzhelden (circa 23.000 Quadratmeter), Auf der Floß (circa 18.000 m2), Eicherhof (circa 41.000 m2), Förster-Sons-Straße (circa 18.000 m2), Immigrather Straße/Mittelheide (circa 30.000 m2), nördlich Ziegwebersberg (24.000 m2), Nüßlenhöfen (19.000 m2) und Wachholder/Neuland (21.000 m2).

Die genannten Flächen schließen sich alle an bereits bestehende Strukturen an, erläutert Murauer. Kurzfristige Auswirkung auf die angespannte Lage am Wohnungsmarkt wird eine eventuelle Ausweisung dieser Grundstücke als allgemeiner Siedlungsraum aber nicht haben. Deshalb hat für die Verwaltung die Nachverdichtung innerhalb der Stadt Priorität, um an einzelnen Stellen neuen Wohnraum zu schaffen.