Thema Bundestagswahl 2017: Die Spitzenkandidaten sind Debütanten

Thema Bundestagswahl 2017 : Die Spitzenkandidaten sind Debütanten

Am 24. September wählt Deutschland den 19. Bundestag. Im Rheinisch Bergischen Kreis werben 23 Parteien um die Stimme der 218.225 Wahlberechtigten, darunter 22.278 Leichlinger. 2759 Bürger der Blütenstadt haben Briefwahl beantragt.

Leichlingen Als am 22. September 2013 um 18 Uhr die Wahllokale schlossen und etwa eine Stunde später der Sieger bekanntgegeben wurde, war das Ergebnis keine Überraschung: "WoBo", wie Wolfgang Bosbach genannt wird, hatte es ohne Probleme geschafft. Seit 1994 wurde er von den Bürgern im Rheinisch-Bergischen Kreis immer direkt als CDU-Kandidat in den Bundestag gewählt. Überraschungen waren für seine Partei nie eingeplant - "WoBo" war ein Garant für den Wahlsieg.

2017 tritt der Bergisch Gladbacher nicht mehr an. Deshalb wird es spannend. Denn die Spitzenkandidaten der beiden großen Parteien sind zwar keine Unbekannten in Teilen der Bevölkerung, aber von ihren Parteien neu für den Bundestag aufgestellt und damit Debütanten: Rhein-Bergs Landrat Dr. Hermann-Josef Tebroke für die CDU und Nikolaus Kleine für die SPD. Der Dritte im Bunde ist wohl der bundesweit Prominenteste, der es auf die Zweitstimmen im Rheinisch-Bergischen Kreis abgesehen hat: Nach 2009 tritt Christian Lindner noch einmal in seinem Heimatwahlkreis an. Damals zog er in den Bundestag ein, holte sensationelle 20,6 Prozent bei den Zweitstimmen. Das tat damals den anderen Parteien weh. Und das wird wohl auch diesmal sein Ziel sein.

Wobei: Kommt die FDP in den Bundestag, ist er dabei - auch ohne erfolgreiches Direktmandat. Schließlich ist der Bundesvorsitzende auf Platz 1 der Reserveliste gesetzt.

Tebroke war nach seiner Hochschullehrzeit über seine Tätigkeit als Bürgermeister in Lindlar und dann als Landrat bislang in der Verwaltung tätig mit der Politik als Arbeitgeber. Als Politiker ist er bisher ein Unbekannter. Anders sein Kontrahent, der Bergisch Gladbacher Nikolaus Kleine. Der kaufmännische Leiter der Bühnen Köln ist seit 1987 Mitarbeiter der Stadt Köln; er sitzt für die SPD seit 1999 im Stadtrat von Bergisch Gladbach. Im Nordkreis ist er aber eher ein unbeschriebenes Blatt.

Insgesamt bewerben sich sechs Männer und eine Frau als Direktkandidaten um den Einzug ins Parlament: Neben Tebroke, Kleine und Lindner sind das: Maik Außendorf (Grüne), Lucie Misini (Die Linke), Dr. Roland Hartwig (AfD) und dem Leichlinger Joachim Orth (Freie Wähler). Außer Außendorf, der nach 2013 zum zweiten Mal antritt, sind die übrigen Kandidaten Debütanten.

Im Rheinisch-Bergischen Kreis dürfen 218.225 Männer und Frauen über 18 Jahre wählen - zugelassen sind nur Wähler mit deutscher Staatsangehörigkeit. Kreisweit gibt es in den acht Städten und Gemeinden 210 Wahllokale. Ausgezählt werden müssen darüber hinaus aber auch noch die Stimmzettel, die als Briefwahl abgegeben wurden. Bei den Zweitstimmen - das Kreis für die Partei - werben 23 Parteien um die Gunst der Wähler.

In Leichlingen laufen die Vorbereitungen für die Bundestagswahl inzwischen auf Hochtouren. Rund 22.278 Männer und Frauen dürfen wählen. 16 Wahllokale werden am 24. September von 8 bis 18 Uhr geöffnet haben.

Noch fehlen Wahlhelfer, bestätigt das Wahlamt. Bewerben können sich Helfer per Mail an wahlhelfer@leichlingen.de oder telefonisch beim Wahlamt unter 02175 992 425. Zugelassen sind diejenigen, die auch wahlberechtigt sind. Anders als bei der Bundestagswahl dürfen bei der Wahl zum Landrat auch 16-Jährige und EU-Bürger mit abstimmen. Sie dürfen sich demnach auch als Unterstützung der Briefwahlvorstände bewerben, die nur für die Landratswahl eingerichtet werden. Für die kombinierte Wahl gibt es 50 Euro, in den Briefwahlbezirken, wo der Einsatz erst um 13 Uhr los geht, 30 Euro.

Tatsächlich nutzen immer mehr Leichlinger die Briefwahl. Seit knapp einer Woche können die Unterlagen beantragt werden. Aktuell haben dies schon 2759 Bürger der Blütenstadt getan. Die Unterlagen können bequem online über die Homepage der Stadt (www.leichlingen.de) beantragt werden.

Um den Überblick zwischen Bundestag- und Landratswahl zu behalten, gibt es farblich unterschiedliche Formulare. Zur Veranschaulichung hat die Stadt Leichlingen auch einen Musterstimmzettel auf ihrer Homepage hinterlegt.

(RP)