1. NRW
  2. Städte
  3. Leichlingen

Analyse: Die Polizei kennt ihre "Pappenheimer"

Analyse : Die Polizei kennt ihre "Pappenheimer"

Seine "Pappenheimer" kennt Michael Hülsen nicht nur in Leichlingen, auch in Witzhelden: Der Leiter der Polizeiwache Leichlingen hat in Witzhelden gewohnt und lebt jetzt ebenso gerne in Leichlingen, wie der 56-Jährige beteuert.

Er freue sich über das Angebot des Bürgermeisters, im Rathaus eine Anlaufstelle einzurichten, wo die Bezirksbeamten ihre Bürgersprechstunden anbieten könnten. Denn zwei Bezirksbeamte sollen für Leichlingen und einer für Witzhelden auch dann vornehmlich auf den Straßen Präsenz zeigen, wenn die zentrale Polizeiwache in Hilgen neu eröffnet wird.

Gemeinsame Streifengänge mit dem "Opa", der aber kein Großvater ist, wird es demnach auch weiterhin geben. Der "Opa" ist in diesem Falle der Ordnungspartner, und im Besonderen ist es das Ordnungsamt der Stadt Leichlingen mit seinen Außendienstmitarbeitern. Und so wie Hülsen und die Bezirksbeamten ihre "Pappenheimer" kennen, so wissen auch Frank Röttger und seine Leute vom Ordnungsamt, wo sie in Leichlingen immer mal nach dem Rechten zu sehen haben.

Polizei und Ordnungsamt verstehen ihre Partnerschaft in erster Linie als Prävention, betont Hülsen ebenso wie Ordnungsamtsleiter Thomas Knabbe. Denn wenn Polizei und Ordnungskräfte sichtbar seien, dann sei dies auf Dauer der beste Garant für die Sicherheit in der Stadt. Wachleiter Hülsen sieht die Entwicklung in Leichlingen positiv: "Ich war schon in Mönchengladbach, Krefeld, Bergisch Gladbach, Leichlingen ist die sicherste Stadt in meiner bisherigen Dienstzeit."

  • Vom Leichlinger Bahnhof aus geht es
    Fahrplanwechsel der Wupsi : Busse fahren bald öfter nach Leichlingen
  • Maximilian Zelzner leitet seit diesem Jahr
    Umstrukturierung in Leichlingen : Musikschule stellt zwei Dozenten fest an
  • Impfwillige können sich nun jeden Tag
    Corona in Leichlingen : Neue Impfstelle im Nordkreis

Natürlich heiße dies nicht, dass nicht auch in Leichlingen Menschen Opfer von Straftaten werden könnten. Vieles werde aber schon durch gezielte Gefährdetenansprachen abgewehrt, ist sich der Wachleiter sicher: "Wir gehen auch zu den potenziellen Gefährdeten nach Hause und machen ihnen klar, dass wir sie im Blick behalten."

Während die Polizei bei der Ordnungspartnerschaft für alles das zuständig ist, was strafrechtlich relevant ist oder werden könnte, kommt dem Ordnungsamt ein weiterer Part zu: "Wir achten bei den gemeinsamen Streifengängen, die wir übrigens zu jeder Tag- und Nachtzeit ansetzen, auch auf den Jugendschutz", betont Ordnungsamtsleiter Knabbe. Ein Beispiel: "Wenn wir einen Zwölfjährigen nach 22 Uhr auf einem Spielplatz antreffen, dann setzen wir uns mit seinen Eltern in Verbindung."

Die regelmäßigen Streifen haben nach Einschätzung von Hülsen und Knabbe dafür gesorgt, dass es zum Beispiel im Stadtpark viel ruhiger geworden ist, wo früher öfter mal über Randale und nächtliche Ruhestörung geklagt worden sei. Im Moment liege das Augenmerk unter anderem auf der Rathausumgebung, aber generell gebe es keine auffällig problematische Stellen. Wichtig ist Knabbe aber: "Eigentlich wollen wir das Miteinander fördern und niemanden verjagen."

Er habe die Erfahrung gemacht, dass die meisten Jugendlichen nicht absichtlich störten: "Wir waren auch jung und haben gefeiert", sagt er: "Und so lange sie keine Scherben und keinen Müll liegen lassen, muss das auch möglich sein" appelliert der Ordnungsamtsleiter an gegenseitiges Verständnis und Rücksichtnahme der jüngeren und der älteren Bewohner der Blütenstadt.

(RP)