Die notwendige Zahl von 600 Verträgen für einen Glasfaseranschluss wurde bis Donnerstagabend nicht erreicht.

Glasfaserausbau im Höhendorf : Witzheldener verstolpern Schritt in digitale Zukunft

Die notwendige Zahl von 600 Verträgen für einen Glasfaseranschluss wurde bis Donnerstagabend nicht erreicht.

In den vergangenen beiden Wochen hat es durch intensive Werbung noch einen Schub gegeben, aber gereicht hat es letztlich nicht: „Wir haben die Vorgabe nicht erreicht“, sagte am Freitag Novanetz-Geschäftsführer Reiner Brachvogel. Das Projekt „schnelles Internet für Witzhelden“ ist damit mehr als unsicher. 600 Haushalte hätten einen Vertrag mit dem Internetanbieter Novanetz abschließen müssen, damit der Investor Primevest Capital Partners in kostenlose Anschlüsse ans Glasfasernetz bis in die Häuser (FTTH) im Höhendorf investiert.

Doch diese Zahl wurde nicht erreicht. Ob und wie es weitergeht, ist offen, entscheidet sich voraussichtlich nächste Woche. Das hat nicht nur Auswirkungen auf die zentral wohnenden Witzheldener. Der initiale Ausbau im Ortskern sollte nur der Startschuss, die finanzielle Grundlage für den Investor sein, Außenortschaften wie Kuhle, Krähwinkel und Brachhausen sollten folgen, später Leichlingen. Der erste Schritt in die digitale Zukunft wurde damit möglicherweise jetzt verstolpert.

Über die Gründe für die ablehnende Haltung hat sich Reiner Brachvogel in der vergangenen Woche selbst ein Bild gemacht. Mit Kollegen ist er von Haus zu Haus gegangen. Einer der Gründe: „Nur zwei ältere Damen haben gesagt, dass sie das schnelle Internet für sich zwar nicht mehr brauchen, für die Dorfgemeinschaft aber einen Vertrag unterschreiben würden“, erzählte Brachvogel. Für etliche Witzheldener aber sei dieser Gedanke wohl nicht relevant gewesen. Auch über das Argument, dass die Außenortschaften im ersten Schritt immer noch kein schnelles Internet bekommen hätten, habe er sich mit den Bewohnern ausgetauscht.

Um das Projekt wirtschaftlich darstellen zu können, habe es aber zunächst die Verträge im Ortskern gebraucht. „Wir haben in Witzhelden deutlich mehr Aufwand für die Vermarktung betrieben als in anderen Orten, allerdings mit deutlich weniger Ergebnis“, sagte der Geschäftsführer. Die Hoffnung hat er aber noch nicht aufgegeben, dass Witzhelden und damit später ganz Leichlingen ans Glasfasernetzwerk angeschlossen wird: Stimmt der Investor zur, könnte auch mit weniger als 600 Verträgen mit dem Ausbau begonnen werden – in der Hoffnung, dass sich mehr Menschen überzeugen lassen, wenn beim Nachbarn die digitale Zukunft beginnt. „Wir haben schon häufiger die Erfahrung gemacht, dass dann noch einmal zehn Prozent dazukommen“, sagte Brachvogel. Der Investor brauche nun diese „Fantasie des Zuwachses“, um sich für den Fortgang des Projektes zu entscheiden. Ist er bereit, könnte ab Januar 2020 die Vermarktung fürs Glasfaserkabel bis ins Haus neben Witzhelden auch in Leichlingen beginnen.

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