1. NRW
  2. Städte
  3. Leichlingen

Die Leichlinger Geschäftswelt lässt sich kreative Lösungen einfallen, um ihren Kunden und Gästen in Zeiten von Corona entgegenzukommen.

Kreative Lösungen : „Schnitzel to go“ in Zeiten von Corona

Die Leichlinger Geschäftswelt lässt sich kreative Lösungen einfallen, um ihren Kunden und Gästen entgegenzukommen.

Besondere Situationen erfordern besondere Lösungen: Weil viele Kunden in Zeiten des grassierenden Coronavirus nicht mehr in die Leichlinger Geschäfte und Restaurants kommen wollen oder können, lassen sich die Unternehmer jetzt etwas einfallen. „Ich mache das nicht, weil ich damit die Existenz meines Restaurants sichern könnte. Vielmehr finde ich es wichtig, den Menschen zu zeigen, dass wir uns Gedanken machen, wie wir mit der Situation umgehen und Service bieten“, sagt zum Beispiel Stefan Spieker von „Hermann des Wirths Hauß“ in der Gartenstraße.

Bei ihm gibt es seit dem Wochenende „Schnitzel to go“. Wer anruft und bestellt, kann mit dem Auto in den Hof fahren, erhält seine Schnitzeltüte und bezahlt mit EC-Karte. „Viele Menschen würden gerne essen gehen, haben aber Angst, sich bei uns hinzusetzen. Sie fanden die Aktion gut“, erzählt Spicker.

Auch andere Gastronomen in Leichlingen haben sich bereits auf die Ausnahmesituation eingestellt: Das italienische Restaurant Vita Moderna auf der Neukirchener Straße informierte am Montag in den sozialen Medien, dass für Gäste, die ihr Essen telefonisch bestellen und mitnehmen wollten, gerade eine „Abholer-Karte“ erstellt werde.

Das griechische Restaurant Akropolis in Metzholz besetzt aktuell nur jeden zweiten Tisch, um einen Sicherheitsabstand von rund zwei Metern zu wahren, die Taverna Symposion an der Hochstraße bietet ab Dienstag innerhalb Leichlingens einen Lieferservice an. Das Brauhaus Aloysianum reduziert die Platzzahl von 80 auf etwa 40 bis 46, um den Abstand zu vergrößern, wie es auf seiner Facebook-Seite mitteilt. Überdies wurde die Speisekarte verkleinert und auf die „Top-Produkte reduziert“. Die Karte werde vorerst „als Einweg-Papierkarte gedruckt“. Das Team bittet die Gäste darum, auf Barzahlung zu verzichten.

Aber nicht nur die Gastronomen lassen sich etwas einfallen. Die Buchhandlung Lisa Gilljohann im Brückerfeld bringt ihren Kunden die Bücher seit neuestem nach Hause. „Während das öffentliche Leben stark eingeschränkt ist, möchten wir Ihnen die Möglichkeit geben, trotz geschlossener Stadtbücherei einfach und risikolos Bücher zu beziehen“, heißt es auf der Internetseite.

In der Regel bringe man am Folgetag das Wunschbuch kostenfrei nach Hause oder deponiere es kontaktlos im Briefkasten. „Lediglich den normalen Buchpreis gleichen Sie dann bitte bequem bei Übergabe oder per Überweisung aus“, betont Buchhändlerin Lisa Gilljohann.

Auf modische Bekleidung müssen die Kundinnen von Alex Schumacher auch in den nächsten Wochen nicht verzichten: Bis zum 19. April nimmt sie Online-Bestellung telefonisch oder per E-Mail entgegen. „Eigentlich habe ich gar keinen Online-Shop auf meiner Website“, verrät die Eigentümerin von „Herz Dame – Mode mit Herz“ auf der Brückenstraße. Aber in dieser Situation müsse man eben kreativ sein. „Ich stelle jeden Tag neue Bilder in den sozialen Medien ein. Die Kleidung können die Kundinnen bestellen. Ich verschicke sie dann kostenlos oder stelle sie persönlich vor die Tür“, sagt Schumacher.

Natürlich sei das ganz schön aufwändig. „Aber wenn ich das Geschäft wegen Corona schließen muss, habe ich ja mehr als genug Zeit“, sagt die Geschäftsfrau und hofft, dass es so weit nicht kommt.