Leichlingen: Die Angst ums Auto fährt immer mit

Leichlingen : Die Angst ums Auto fährt immer mit

Mehrere Straßen im Stadtgebiet in desaströsem Zustand. Mit Sanierungen ist wohl erst im nächsten Jahr zu rechnen-

Klaus E. ist erbost. Der Rentner, der seinen richtigen Namen nicht in der Zeitung lesen möchte, regt sich schon seit geraumer Zeit über den Zustand der Straßen in Leichlingen auf. Gleich an mehreren Stellen "reihen sich Schlagloch an Schlagloch", so der 75-Jährige. Zwei- bis dreimal pro Woche fahre er über die Neukirchener, die Opladener und die Moltkestraße. Immer fahre die Angst um sein Auto mit. "Die Leute fragen sich, wann sie denn wohl mal neue Stoßdämpfer brauchen", sagt der Senior. Geflickte und ungeflickte Schlaglöcher reihten sich dort dicht an dicht.

Konkret bemängelt er unter anderem den desaströsen Zustand der Neukirchener Straße (Landesstraße 359) zwischen Rathaus und dem Kreisverkehr am Germaniabad sowie der Opladener Straße (L 294) zwischen "Am Wallgraben" und Trompete. Ortskundige, so hat der 75-Jährige festgestellt, fahren in diesen Bereichen eine gedachte Ideallinie entlang, auf der sie möglichst wenige Schlaglöcher erwischen. Allerdings verlaufe diese Ideallinie "so ziemlich in der Mitte der Straße", hat E. beobachtet. Dadurch werde gegebenenfalls auch der Gegenverkehr beeinträchtigt - nur, weil die Straße so hinfällig ist. "Bei schlechtem Wetter oder Dunkelheit sind die Löcher nicht gut zu erkennen und man fährt doch wieder rein", sagt der Leichlinger. "Eine solche Zumutung haben wir Autofahrer nicht verdient", findet er.

Für die beiden Fahrbahnabschnitte ist Straßen.NRW als Baulastträger zuständig. Dort sind die Bereiche tatsächlich auch schon als reparaturbedürftig bekannt. "Die Planungen für die Fahrbahnsanierung laufen noch", erklärt Sabrina Kieback von der zuständigen Regionalniederlassung Rhein-Berg. Eine Ausschreibung könne wohl erst in der zweiten Jahreshälfte erfolgen. Derzeit müsse man davon ausgehen, dass die Arbeiten erst im kommenden Jahr stattfinden könnten. Erschwerend hinzu komme, so Kieback, dass auch das vom Landesverkehrsministerium NRW im Dezember angekündigte Erhaltungsprogramm für Landesstraßen noch nicht vorliege. Dort würden die Finanzmittel für 2018 festgelegt. Der Vorjahresplan sei allerdings auch erst Mitte Februar 2017 vorgestellt worden.

Doch der 75-Jährige beschwert sich auch über zwei Kommunalstraßen, darunter "Am Arenzberg" zwischen Leverkusen und Leichlingen sowie die Moltkestraße zwischen Kreuzung Roßlenbruch und Bahnunterführung. Bei der Moltkestraße, die in Trägerschaft der Stadt Leichlingen ist, handelt es sich auch nach Einschätzung von Stadtsprecherin Ute Gerhards um "eine wichtige Straße für Pendler" und teilt mit: "Für den Abschnitt der Moltkestraße zwischen Brückenstraße und Bahntunnel soll in diesem Jahr eine Ausführungsplanung erfolgen." Diese diene als Grundlage für einen Förderantrag für die "Sanierung verkehrswichtiger Stadtstraßen" bei der Bezirksregierung Köln. Bei Planungsbeginn soll eine Bürgerinfoveranstaltung stattfinden.

(RP)
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