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Leichlingen: Der Ukrainekonflikt geht alle an

Leichlingen : Der Ukrainekonflikt geht alle an

Der Reporter Horst Kläuser hat aus vielen Ländern berichtet. Von der Ukraine handelte jetzt sein Vortrag, den er im Leichlinger Bürgerhaus auf Einladung des Europaabgeordneten Herbert Reul hielt. Kläuser ist in Remscheid aufgewachsen. Dennoch verbindet ihn viel mit Russland. Schließlich war sein Vater während des Zweiten Weltkrieges sowjetischer Kriegsgefangener. "Eigentlich verbinden mich eher belastende Punkte mit Russland, dennoch mag ich dieses Land und seine Leute", sagt er.

Kläuser verdeutlicht aber auch: "Dieses Land hat solch eine Regierung nicht verdient." Rund 70 Gäste verfolgten seine Darlegungen über den "Ukrainekonflikt - aktuelle Entwicklungen und mögliche Perspektiven" . Die Hörer staunten, wie sehr Russland laut Kläuser versuche, Europa zu teilen. "Das Interesse Russlands besteht darin, europäische links- und rechtsradikale Parteien zu unterstützen. Sie möchten die EU teilen. Putin kann es nicht ertragen, dass ehemalige sowjetische Länder in die EU eingegliedert werden," meint Kläuser. Der Reporter sprach auch über das drastische Leid, das den Menschen in der Ukraine widerfahre. "Die Menschen wollen in der Ukraine nur das, was viele andere Länder in Europa bereits leben dürfen. Sie wollen nicht nur auf dem Papier demokratisch sein. Ich frage mich: Warum leben in einer modernen Stadt wie Donezk mittlerweile Menschen mit zerschossenen Fenstern ohne Strom in ihren kaputten Häusern?", sagte der Journalist und forderte: "Hier muss Europa mehr Druck aufbauen, die Wirtschaftsstrukturen in den Griff bekommen und die Korruption in diesem Land beseitigen!"

Der Auslandskorrespondent fragte aber auch, weshalb sich die Menschen in der Ukraine do viel gefallen ließen? "Die Menschen in Russland haben keine Chance, als das zu glauben, was ihnen vorgegeben wird," sprach er auf die gängige Staatspropaganda an.

Und Kläuser appellierte an die Besucher seines Vortrages: "Denken wir mindestens einmal die Woche darüber nach, wie schön wir es hier haben. 70 Jahre Frieden, das hätte doch niemand in Deutschland je für möglich gehalten. Die Ukraine hat es verdient, das wir die Verantwortung tragen, ihnen die Hand zu reichen und sie zu unterstützen."

(hawk)