Der Ponygnadenhof in Metzholz ist ein Platz für Vierbeiner in Not

Ponygnadenhof in Metzholz : Ein Platz für Vierbeiner in Not

Seit zehn Jahren betreibt die Leichlingerin Marlis Pohle einen Ponygnadenhof in Metzholz. Acht Hektar Land stehen hier 25 alten, häufig kranken und vom Veterinäramt beschlagnahmten Pferden zur Verfügung. Ein kleines Paradies für die ausgemusterten Tiere, um die sich sonst keiner mehr kümmern würde.

Wenn Marlis Pohle erzählt, merkt ihr Gegenüber gleich, dass sie für ihr außergewöhnliches Ehrenamt Feuer und Flamme ist. Dass sie als ehemalige Reitpony-Züchterin einmal einen solchen Gnadenhof für ausrangierte Tiere betreiben würde, verdankt sie eigentlich einem „dummen und glücklichen Zufall“, wie sie erzählt: Bis zur Jahrtausendwende habe sie noch Deutsche Reitponys auf einem Hof in Langenfeld-Immigrath gezüchtet. Als ihre Zuchtstute und ihr Hengst krank wurden, stellte sie die Zucht ein, kümmerte sich aber weiterhin um ihre Tiere.

Selbstverständlich, würden viele meinen – doch Pohle hat in der Zeit auch anderes erlebt. „Der Tierarzt, der uns damals besuchte, fand es ganz toll und erzählte, wie schlecht andere Tiere in diesem Zustand gehalten würden. Er fragte, ob wir nicht noch ein Tier aus Privathaltung aufnehmen könnten.“ Damit fing alles an. „Bis 2009 haben wir immer wieder Privatpferde aufgenommen, die in schlechter Haltung lebten oder wo der Besitzer verstorben war.“ Bis zu acht Tiere versorgte Pohle, finanziert aus eigenen Mitteln.

Vor zehn Jahren zog Pohle von Langenfeld zurück nach Leichlingen. Der Hof in Metzholz bot ihr aufgrund der Größe viel mehr Möglichkeiten. Zu diesem Zeitpunkt war der Gnadenhof noch eine rein private Initiative. Bis sich ein unmittelbarer Nachbar, der nicht genau wusste, was Pohle dort auf dem nahegelegenen Hof trieb, beim Veterinäramt meldete. „Dann kam da jemand vom Veterinäramt unangemeldet vorbei und wollte gucken. Da wir nichts zu verbergen haben, ließen wir ihn rein“, blickt sie zurück.

25 Pferde und Ponys versorgt Pohle aktuell auf ihrem Hof mit Hilfe von vielen ehrenamtlichen Helfern. Foto: Miserius, Uwe (umi)

Das Konzept, der große Hof und die Fürsorge, die Pohle und eine Handvoll an Helfern den Tieren bot, überzeugte das Veterinäramt so sehr, dass sie daraufhin vom Amt angefragt wurde, ob sie als offizielle Aufnahmestation fungieren wolle. Sie sagte zu.

Die Tiere kommen meist aus schlechter Haltung auf den Hof, sind krank und müssen erst wieder liebevoll aufgepäppelt werden. Foto: Miserius, Uwe (umi)

Viele Schicksale hat die 51-Jährige seitdem erlebt. Einige Tiere wurden von Reitställen oder ihren Besitzern beschlagnahmt und im schlechten Zustand zu ihr gebracht. Einige Pferde mussten eingeschläfert werden, andere konnte sie mithilfe ihres Teams wieder aufpäppeln, teilweise mussten die Tiere operiert werden.

Auf dem Ponygnadenhof verbringen sie dann die letzten Jahre ihres Lebens in schöner und liebevoller Atmosphäre auf der Koppel des Hofes. „Einige konnten wir aber weitervermitteln“, sagt Pohle zufrieden. Andere Tiere wie etwa das hofälteste Pferd, Shettland-Stute Erna, bleiben bis an ihre Lebensende auf dem Metzholzer Gnadenhof.

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