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Der Leichlinger Politiker von Bündnis 90/Die Grünen stellt sich vor

Landtagskandidat aus dem Rheinisch-Bergischen Kreis II : Langenbucher: Mobilität, Inklusion, Finanzen

Sieben Kandidaten aus dem Wahlkreis Rheinisch-Bergischer Kreis II bewerben sich bei der Wahl am 15. Mai um einen Sitz im nordrhein-westfälischen Landtag. Hier stellen sie ihre Ziele und Ambitionen vor.

Jürgen Langenbucher bewirbt sich als Kandidat von Bündnis 90/Die Grünen um ein Mandat für den Düsseldorfer Landtag.

Warum wollen Sie in den Landtag einziehen?

Zuschauen und Meckern ist nicht mein Ding. Ich gestalte Dinge lieber so, wie ich es für richtig halte. Und im Land gibt es noch viel zu gestalten.

Wo liegen Ihre politischen Schwerpunkte?

Am Herzen liegen mir Finanzen, insbesondere die Kommunalfinanzen – die von der jetzigen Landesregierung leider recht stiefmütterlich behandelt wurde. Weiter sind soziale Themen auf meiner Agenda. Dazu gehören Pflege, Eingliederungshilfe für Menschen mit Behinderung, Teilhabe-Themen und ganz allgemein die Arbeit an einer inklusiven Gesellschaft, in der alle teilhaben können, ohne eine Anpassungsleistung erbringen zu müssen.

Was wollen Sie für den Kreis erreichen?

Um das Mobilitätskonzept im Rheinisch-Bergischen Kreis beneiden uns viele Landkreise und Städte. Dennoch sind wir, was die Mobilität anbetrifft, noch lange nicht da, wo wir sein wollen. Ich möchte mitarbeiten, auch im ländlichen Raum Mobilität sicherstellen zu können, ohne auf das Auto angewiesen zu sein.

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Weiter möchte ich den Pflegenotstand beenden. Dazu müssen im ersten Schritt die Arbeitsbedingungen der Pflegekräfte verbessert werden. Im zweiten Schritt braucht es dringend eine Ausbildungsoffensive. Daran möchte ich mit der in Gründung befindlichen Pflegekammer arbeiten. Die Anerkennung von ausländischen Bildungs- und Berufsabschlüssen muss so schnell wie irgend möglich gehen.

Außerdem möchte ich die hausärztliche Versorgung im Kreis dauerhaft gesichert wissen. Die Attraktivität, eine Praxis im ländlichen Raum zu übernehmen, muss deutlich steigen. Hieran will ich mit der Kassenärztlichen Vereinigung arbeiten.

Wie stehen Sie zur Impfpflicht, sind Sie selber geimpft oder geboostert? Wie sehen Sie die aktuellen Corona-Regeln in NRW?

Ich bin vollständig geimpft und geboostert. Wenn die notwendige Impfquote als derzeit einziger Ausweg aus der Pandemie anders nicht erreicht wird, bin ich für eine Impfpflicht. Wenn man bedenkt, bei welchen Inzidenzzahlen wir in die Lockdowns gegangen sind, habe ich, auch wenn die Omikron-Variante offenbar weniger oft schwere Verläufe verursacht, wenig Verständnis für die aktuellen Regeln.

Wie können sich die Städte und Kommunen im Kreis noch besser auf die Geflüchteten aus der Ukraine einstellen, welche Unterstützung erwarten Sie vom Land?

Die Hilfen müssen koordiniert laufen, was vielerorts so ist. Wenn die Menschen ein Dach über dem Kopf haben, dann geht es um Sprache, Bildung und Beruf. Hier muss der Kreis die Kommunen koordinierend und mit eigenen Angeboten unterstützen. Vom Land erwarte ich verlässliche und dauerhafte Finanzierungszusagen und eine gerechte Verteilung der Menschen. Es müssen jetzt Hilfs- und Unterstützungsstrukturen so gestaltet werden, dass sie bei künftigen Krisen rasch reaktiviert werden können und nicht wie jetzt wieder neu aufgebaut werden müssen.

Welche Maßnahmen sollten beim Klimaschutz in den bergischen Kommunen in den nächsten fünf Jahren Vorrang haben? 

Ich sehe noch enormes Potenzial für Sonnenenergie. Mit dem Solar-Potenzial-Kataster des Kreises können alle Hausbesitzerinnen und -besitzer prüfen, welche Form der Solarenergie für ihr Haus die optimale ist. Der Bau von Solaranlagen muss intensiv gefördert werden.

Großes Potenzial liegt auch in der Dämmung von Gebäuden. Auch dies muss stärker als bisher gefördert werden. Der einfachste Klimaschutz ist, Energie erst gar nicht erzeugen zu müssen.

Ein attraktiver ÖPNV hilft, Einzel- und Individualverkehre zu vermeiden und schont so das Klima. Das kann nur funktionieren, wenn der öffentliche Nahverkehr schnell, bequem, sicher und einfach zu benutzen ist. Das kostet Geld, hier muss das Land die Landkreise und kreisfreien Städten mehr unterstützen.

Bei welchen Themen sollte das Land die bergischen Kommunen in den nächsten Jahren vorrangig unterstützen?

Die Kommunen wissen selbst am besten, wo vor Ort der Schuh drückt und wie man die Probleme löst. In meiner Arbeit als Ratsmitglied und Kreistagsabgeordneter erlebe ich aber immer wieder, dass die Kommunen finanziell nicht so ausgestattet sind, um alle Aufgaben so zu erfüllen, wie es nötig wäre. Das muss sich ändern. Das will ich ändern.

Was soll sich nach fünf Jahren im Kreis positiv verändert haben?

Wenn alle kreisangehörigen Gemeinden und der Rheinisch-Bergische Kreis in fünf Jahren einen ausgeglichenen Haushalt haben, dann ist viel geschafft. Dann werden es die Kommunen viel einfacher haben z. B. jedem Kind rasch einen Kita-Platz anbieten zu können und die Schulen gut auszustatten. Der Kreis kann dann weiter den ÖPNV attraktiv ausbauen.