Leichlingen: Datendiebe machen fette Beute

Leichlingen: Datendiebe machen fette Beute

Die zunehmende Computerkriminalität trifft auch die Kommunen im Rheinisch-Bergischen Kreis. Allein durch Datenklau an Geldautomaten (Skimming) entstand 2009 ein Schaden in Höhe von fast 500 000 Euro.

Anfangs waren es Kameras, die zum Beispiel in Rauchmeldern über dem Geldautomaten im Vorraum einer Bank versteckt wurden. Inzwischen haben Kriminelle ihre Methoden zum Ausspähen von wertvollen Daten wie die von Kreditkarten oder wie Geheimzahlen zur Kontoabbuchung verfeinert.

Da werden Kartenleser am Eingang zu den Geldautomatenräumen manipuliert oder gar täuschend echt aussehende Falschtastaturen auf das originale Tastenfeld des Automaten montiert, um an die PIN (Persönliche Identifikationsnummer) des Bankkunden zu kommen.

Solche Daten werden dann auf elektronischem Wege ins Ausland übermittelt und dort auf Blanko-Karten ("White Cards") übertragen. Das Abbuchen auch größerer Geldbeträge vom Konto des ahnungslosen Opfers via (oft schlecht geschütztem) Geldautomat im Ausland ist dann kein Kunststück mehr.

299 Skimming-Opfer

"Skimming" nennen Fachleute den verbrecherischen Datenklau an Geldautomaten. Der betrifft immer öfter auch den Rheinisch-Bergischen Kreis. Im vergangenen Jahr seien hier 2000 Datensätze über das "Skimming" ausgelesen worden, berichtete Kriminalhauptkommissar Michael Krischer, bei der Kreispolizei als Teamleiter des Betrugsdezernats tätig. Der angerichtete Schaden war immens. Laut Krischer belief er sich auf 456 802 Euro; es gab 299 Geschädigte.

Da die Ermittler davon ausgehen, dass solche Manipulationen in Zukunft eher noch zunehmen werden, haben Krischer und seine Kollegen Tipps zusammengestellt, wie man sich vor Skimming schützen kann. Einige Ratschläge im Überblick:

- Bei Zahlungsvorgängen an Geldautomaten oder Kartenlesegeräten im Einzelhandel die Tastatur immer abdecken

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- Die PIN nie mehrmals eingeben

- Geldautomaten, an denen etwas ungewöhnlich erscheint, meiden

- Regelmäßig Kontoauszüge überprüfen

- Die Tür zu den Geldautomatenräumen möglichst mit einer anderen Karte öffnen als mit der, die am Geldautomaten eingesetzt wird

- Zum nächsten Kunden stets einen Sicherheitsabstand wahren.

- PIN und Geldkarte immer getrennt voneinander aufbewahren.

Noch einen Hinweis gibt Krischer: Wem Tastatur, Leisten, Abdeckungen an "seinem" Geldautomaten verdächtig vorkommen, "der sollte ruhig mal kräftig daran rappeln" (Krischer). Manipulierte Einrichtungen zum Datenklau seien oft nur mit Klebeband befestigt. Wer die Probe aufs Exempel macht, kann den Ganoven also möglicherweise ein Schnippchen schlagen.

(RP)