Leichlingen: Das Rathaus-Gutachten "wandert" in die Schublade

Leichlingen: Das Rathaus-Gutachten "wandert" in die Schublade

Der Zuhörerbereich im Rastsaal war voll besetzt, als die Professoren Uwe Rotermund und Martin Weicher ihre Variantenuntersuchung zum Rathaus vorstellten.

Die Sanierung würde etwa 4,6 Millionen Euro kosten, allerdings weitere Nachbesserungen und damit weitere Kosten mit sich bringen. Ein Rathaus-Neubau wäre laut Berechnungen der Gutachter für 9,3 Millionen Euro machbar. Würde man einen Supermarkt und eine Tiefgarage dazu bauen, dann kämen laut Rotermund und Weicher noch einmal 3,3 Millionen Euro hinzu.

Der Ausschuss für Bauwesen, Umwelt und Stadtentwicklung diskutierte zwar über das Gutachten, wobei der Zuhörerraum eifrig durch Zwischenrufe, Applaus und Unmutsbekundungen, sogar durch ein Handyklingeln auffiel. Zu einem Ergebnis kam der Fachausschuss aber nicht. Vorsitzender Rolf Ischerland (CDU) schloss als Fazit der Rathaus-Untersuchung, die von der Verwaltung beauftragt worden war und deren Kosten im Ausschuss nicht genannt wurden: Dann habe man mal etwas, was man wieder hervorziehen könne, wenn es eines Tages benötigt würde.

Diskutiert wurde zuvor auch über das Modell einer öffentlich-privaten Partnerschaft oder public-private Partnership (PPP) für ein neues Rathaus. Etliche Städte haben ihre Rathäuser nämlich nur von privatwirtschaftlichen Unternehmen gemietet oder/und sogar von ihnen bauen lassen. Zumeist werden diese dann mehrfach genutzt, wie beispielsweise das Leverkusener Rathaus in der ECE-Rathausgalerie.

  • Kommentar : Vorsitzender lässt lärmen und stören

Wolfgang Kalski (Gebäudewirtschaft) meinte aber: "PPP-Modelle verursachen einen Riesenaufwand und einen Vorlauf von mindestens zwei Jahren. Dadurch entstehen der Verwaltung erhebliche Kosten." Lothar Esser (FDP) hielt dem aber entgegen, dass solche Modelle zum Beispiel in Leverkusen sehr gut funktionierten.

Nach der Kenntnisnahme der Variantenuntersuchung für das Rathaus durch den Fachausschuss konnten die Professoren wieder nach Münster abreisen. Und das Gutachten kann nun im Verwaltungsarchiv verschwinden. Die Zuhörer verließen laut diskutierend den Ratssaal.

(RP/rl)
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