Am 9. Juni wird gewählt Das müssen Sie zur Europawahl in Leichlingen wissen

Service | Leichlingen · In knapp zwei Wochen werden die Abgeordneten des Europaparlaments neugewählt. Der Wahlkampf läuft auf Hochtouren. Wer darf wie und wo seine Stimme abgeben? Ein Überblick.

Am 9. Juni wird das Europaparlament neu gewählt.

Am 9. Juni wird das Europaparlament neu gewählt.

Foto: dpa/Arne Immanuel Bänsch

Die Parteien machen mit Wahlkampfständen vor allem im Brückerfeld und an der Brückenstraße auf sich aufmerksam, Plakate hängen in den Straßen, die Wahlbenachrichtigungen sind im Briefkasten eingetroffen – am 9. Juni ist die Wahl des Europäischen Parlaments in Deutschland. Viele Leichlinger haben sich diesen Termin im Kalender notiert, die Briefwahl läuft schon jetzt auf Hochtouren. Wir beantworten im Vorfeld die wichtigsten Fragen.

In Deutschland findet die Europawahl am Sonntag, 9. Juni, statt. Die Wahllokale sind von 8 bis 18 Uhr geöffnet, das für den einzelnen Wahlberechtigten zuständige Wahllokal ist auf der Wahlbenachrichtigung vermerkt. Die 27 Mitgliedsländer der Europäischen Union wählen an unterschiedlichen Tagen, um die jeweiligen Traditionen zu berücksichtigen. Die Wahlen beginnen daher am Donnerstag, 6. Juni, und enden am Sonntag, 9. Juni. Die Ergebnisse werden erst veröffentlicht, wenn die Wahllokale im letzten Land geschlossen sind.

Wie wird gewählt?

Insgesamt 720 Abgeordnete werden ins Parlament einziehen. Bei der Sitzverteilung des EU-Parlaments ist die Bevölkerungsgröße der Mitgliedsstaaten entscheidend. So stellt Deutschland als bevölkerungsreichstes Land mit 96 Parlamentariern die meisten Abgeordneten. Jeder hat nur eine Stimme, auf dem Stimmzettel sind die ersten zehn Kandidaten der jeweiligen Parteien aufgeführt. Gewählt wird jedoch kein einzelner Politiker, sondern die Wähler entscheiden sich für eine Partei – und setzen dort ihr Kreuz. Einzig die CDU tritt in allen 16 Bundesländern mit einer eigenen Landesliste an.

Wie viele Parteien nehmen teil?

In Deutschland nehmen 35 Parteien und politische Vereinigungen an der Wahl teil. Die Liste der Teilnehmer ist auf der Webseite der Bundeswahlleiterin zu finden. 2019 zogen 14 Parteien aus Deutschland ins Parlament ein. Weil es keine Fünf-Prozent-Hürde gibt, sind auch sogenannte Splitterparteien wie die Piratenpartei vertreten.

Wer darf im Rheinisch-Bergischen Kreis seine Stimme abgeben?

Zur Europawahl sind in diesem Jahr insgesamt 220.510 Bürger im Wählerverzeichnis des Rheinisch-Bergischen Kreises eingetragen. Die meisten Wahlberechtigten gibt es in Bergisch Gladbach mit 84.892, gefolgt von Wermelskirchen (27.212), Leichlingen (22.368) und Rösrath (22.142). Die kleinste Gruppe von Wahlberechtigten stellt Odenthal mit 12.481 Menschen. Dieses Jahr sind zudem erstmalig Jugendliche und junge Erwachsene im Alter ab 16 Jahren wahlberechtigt. Bislang lag das Wahlalter bei 18 Jahren.

Wie kann man in Leichlingen seine Stimme abgeben?

Seit 8. Mai werden in Leichlingen die Wahlbenachrichtigung zugestellt, die alle wahlberechtigten Bürger erhalten. Alle, die nicht bis zum 9. Juni warten möchten oder wissen, dass sie am Wahltag verhindert sind, können mit Erhalt der Wahlbenachrichtigung Briefwahlunterlagen beantragen und vorab ihre Stimme abgeben. Dazu müssen die Wähler das Formular auf der Rückseite der Wahlbenachrichtigung ausfüllen und an das Wahlamt im Leichlinger Rathaus schicken.

Eine Online-Beantragung ist via Online-Anwendung OLIWA oder über den QR-Code auf der Vorderseite der Wahlbenachrichtigung bis zum 3. Juni möglich. Ab 4. Juni kann eine Briefwahl nur noch im Wahlbüro stattfinden, da die rechtzeitige Übermittlung der Unterlagen per Post sonst nicht mehr garantiert ist.

Wer seine Unterlagen persönlich abholen möchte, kann dies seit 13. Mai während der Öffnungszeiten des Bürgerbüros im Wahlamt im Rathaus tun. Hier kann auch direkt vor Ort mit den Briefwahlunterlagen gewählt werden. Benötigt werden die Wahlbenachrichtigung und ein Ausweisdokument. Wer keine Wahlbenachrichtigung erhalten haben sollte, kann mit Personalausweis oder Reisepass kommen. Das Team des Wahlamtes erklärt den Briefwahlprozess und beantwortet Fragen.

Mit der ausgefüllten Vollmacht auf dem Wahlscheinantrag können die Briefwahlunterlagen auch für jemand anders beantragt werden. Dabei ist darauf zu achten, dass sowohl die Vollmacht als auch die Erklärung der bevollmächtigten Person ausgefüllt und unterschrieben sein müssen.

Wer sind die Spitzenkandidaten?

Die wohl bekannteste deutsche Spitzenkandidatin ist Ursula von der Leyen. Die CDU-Politikerin bewirbt sich um eine zweite Amtszeit als Präsidentin der EU-Kommission, nicht aber um einen Sitz im Europäischen Parlament. Spitzenkandidat der CSU ist Manfred Weber. Katarina Barley führt die SPD in die Europawahl, Terry Reintke die Grünen. Marie-Agnes Strack-Zimmermann geht für die FDP ins Rennen. Die AfD-Liste führt Maximilian Krah an, Spitzenkandidaten der Linkspartei sind Parteichef Martin Schirdewan und die parteilose Flüchtlings- und Klimaaktivistin Carola Rackete. Für die Wagenknecht-Partei treten Fabio De Masi und Thomas Geisel als Spitzenkandidaten an.

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